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Bundestagswahl - wichtige Antworten

Angela Merkel bewirbt sich um ihre vierte Amtszeit als Kanzlerin. Ihr stärkster Gegenkandidat ist Martin Schulz. Doch wie läuft die Bundestagswahl eigentlich genau ab? Wir haben hier die wichtigsten Fragen und Antworten für Euch:

Bundestagswahl - wichtige Antworten

Das Bundestagswahlrecht beruht auf dem Prinzip der personalisierten Verhältniswahl. Das heißt: Jeder Wahlberechtigte hat zwei Stimmen, die Erststimme und die Zweitstimme. Einige Besonderheiten im deutschen Wahlrecht sind die Fünf-Prozent-Hürde und die Existenz von Überhandmandaten und Ausgleichmandaten. Hier die Erklärung zu diesen Dingen:

Wer darf wählen?
Alle Deutschen, die am 24. September mindestens 18 Jahre alt sind, dürfen wählen. Sie müssen seit mindestens drei Monaten ihren Wohnsitz in Deutschland haben. Deutsche, die im Ausland leben, können ebenfalls wählen, wenn sie die Eintragung ins Wählerverzeichnis beim Bundeswahlleiter beantragt haben. Sie müssen außerdem nach ihrem 14. Geburtstag mindestens drei Monate ohne Unterbrechung in Deutschland gelebt haben. Das darf jedoch nicht länger als 25 Jahre zurückliegen. Laut Bundeswahlleiter sind in diesem Jahr 61,5 Millionen Menschen für die Bundestagswahl wahlberechtigt.

Was bedeutet "personalisierte Verhältniswahl"?
Die personalisierte Verhältniswahl besteht aus zwei Teilen: einer Verhältniswahl und einer Mehrheitswahl. Deshalb vergibt jeder Wähler zwei Wahlstimmen. Deutschland war 1949 das erste Land, in dem ein solches Wahlsystem eingeführt wurde.
Insgesamt gibt es in Deutschland 299 Wahlkreise und somit 299 Abgeordnete, die direkt in den Bundestag einziehen. Dadurch wird die erste Hälfte der 598 Sitze im Bundestag durch die Erststimme gewählt. Die zweite Hälfte wird durch die Zweitstimme gewählt und bestimmt über das Kräfteverhältnis im Bundestag.
Man ist NICHT verpflichtet beide Stimmen abzugeben. Falls man zum Beispiel nur die Erststimme abgibt, die Zweitstimme aber nicht, ist nur die Zweitstimme ungültig, nicht jedoch der gesamte Wahlzettel!

Was wird mit der Erststimme gewählt?
Der erste Teil der Abgeordneten wird direkt über Wahlbezirke gewählt, in denen sich Kandidaten zur Wahl stellen. Die Erststimme geht – personalisiert – an einen Kandidaten aus dem eigenen Wahlkreis. Das kann ein Kandidat einer Partei sein, aber auch ein parteiunabhängiger Bewerber. In jedem Wahlbezirk wird ein Kandidat gewählt. Es "gewinnt" derjenige, der die meisten Stimmen auf sich vereinigen kann. Durch die Erststimme wird garantiert, dass jeder Wahlkreis und damit auch jede Region vertreten ist.
Die Erststimme wird links auf dem Stimmzettel abgegeben.

Was wird mit der Zweitstimme gewählt?
Die Zweitstimme geht an die Landesliste einer Partei. Auf der festgelegten Liste sind die Kandidaten vermerkt, die für diese Partei in den Bundestag einziehen sollen. Die Anzahl der Stimmen entscheidet darüber, wie viele Parlamentssitze eine Partei im Bundestag bekommt. Bei der Auszählung wird die Summe der Zweitstimmen einer Partei durch alle abgegebenen Zweitstimmen geteilt, um so die prozentuale Verteilung der Sitze im Bundestag zu errechnen. Hat eine Partei 25 Prozent der Zweitstimmen erhalten, stehen ihr 25 Prozent der Parlamentssitze zu.
Die Zweitstimme ist die wichtigere der beiden Stimmen, da sie über das Kräfteverhältnis der einzelnen Parteien und somit über die Zusammensetzung des Bundestags entscheidet.

Was sind Überhangmandate und Ausgleichsmandate?
Im Fall, dass eine Partei mehr Direktmandate erhalten hat, als ihr durch die Zahl der Zweitstimmen zustehen, entstehen Überhangmandate. Dadurch wird sichergestellt, dass jeder Wahlkreissieger einen Platz im Bundestag bekommt. Das bedeutet auch, dass sich die Zahl der Sitze im Bundestag erhöhen kann. Seit der letzten Bundestagswahl werden Überhangmandate durch Ausgleichsmandate für die anderen Parteien ausgeglichen, damit das Kräfteverhältnis im Bundestag weiter gegeben ist.
Durch Überhangmandate und Ausgleichmandate steigt die Anzahl der Abgeordneten meistens über die Anzahl der eigentlich 598 Abgeordneten an. Nach der letzten Bundestagswahl gab es 33 Überhang- und Ausgleichmandate, insgesamt also 631 Abgeordnete im Bundestag.

Was ist die Sperrklausel?
Die Sperrklausel, besser bekannt als "Fünf-Prozent-Hürde", bestimmt, dass nur Parteien, die mehr als fünf Prozent der Zweitstimmen erhalten, bei der Sitzvergabe im Bundestag berücksichtigt werden. Alternativ kann diese Hürde aber durch die Grundmandatsklausel überwunden werden. Wenn nämlich mehr als drei Abgeordnete Direktmandate über die Erststimmen bekommen, wird ihr Anteil der Zweitstimmen doch errechnet und auf die Sitze im Bundestag verteilt.

Was passiert mit ungültigen Stimmen und Enthaltungen?
Auf dem Wahlzettel gibt es kein Feld, um sich zu enthalten. Setzt der Wähler mehr als zwei Kreuze, zwei Kreuze auf einer Seite oder streicht den Wahlzettel durch, wird er ungültig. Ungültige und nicht abgegebene Stimmen werden nicht berücksichtigt und fließen nicht in die Auszählung mit ein.

Wann gibt es ein Wahlergebnis?
Um 18:00 Uhr des Wahltages, also mit Schließung der Wahllokale, gibt es die erste Prognose. Wenige Minuten danach folgt die erste Hochrechnung. 2013 war bereits um 18:15 Uhr abzusehen, dass Angela Merkel erneut Kanzlerin ist. Bis das endgültige amtliche Ergebnis feststeht, kann es Tage bis Wochen dauern.

Wer wählt den Bundeskanzler/die Bundeskanzlerin?
Der Wähler wählt erst einmal nur den Bundestag. Der Bundeskanzler wird dann zu Beginn der neuen Legislaturperiode durch die Abgeordneten gewählt. Hat ein Kandidat die absolute Mehrheit erreicht, also mehr als die Hälfte der Stimmen auf sich vereint, wird er vom Bundespräsidenten ernannt. Erreicht kein Kandidat die absolute Mehrheit, gibt es eine Frist von 14 Tagen. In dieser Zeit können beliebig viele Wahlvorgänge durchgeführt werden. Erst nach Ablauf der zwei Wochen reicht eine relative Mehrheit für die Ernennung des neuen Bundeskanzlers beziehungsweise der neuen Bundeskanzlerin.

Welche Partei passt zu mir?
Wer noch nicht genau weiß, wen er wählen soll, dem hilft ab sofort der Wahl-o-Mat. Der Wahlhelfer der Bundeszentrale für politische Bildung ist jetzt online gegangen. Nutzer müssen beim Wahl-o-Mat verschiedenen Thesen zustimmen oder sie ablehnen. Dadurch wird ermittelt, welche Partei zu einem passt. Hier findet Ihr den Wahl-o-Maten.



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