Urteil

Kampf um Vergewaltigungsprozess – Frau scheitert mit Klageerzwingung

Eine Frau aus München hat ihren Kampf um einen Prozess gegen ihren mutmaßlichen Vergewaltiger endgültig verloren. Das Oberlandesgericht (OLG) München wies ihren Antrag auf Klageerzwingung ab, wie Gerichtssprecher Florian Gliwitzky der Deutschen Presse-Agentur sagte. Damit hatte die heute 37-Jährige erreichen wollen, dass die Staatsanwaltschaft München I doch noch Anklage gegen den Mann erhebt, der sie vor sieben Jahren vergewaltigt haben soll.

Der Fall hatte immer wieder Schlagzeilen gemacht. Die Frau ist überzeugt, als 30-Jährige im April 2013 bei einem Discobesuch in München mit K.O.-Tropfen willenlos gemacht und danach in einem Park vergewaltigt worden zu sein. Jahre später wurde ein Verdächtiger anhand seiner DNA-Spuren ausfindig gemacht. Die Staatsanwaltschaft München I stellte die Ermittlungen aber mangels Erfolgsaussichten ein. Daran konnten auch eine Beschwerde der Frau und eine Online-Petition, die rund 100.000 Menschen unterschrieben haben, nichts ändern.

Daraufhin strengte die 37-Jährige das Klageerzwingungsverfahren an. Der Antrag wurde aber bereits am 27. Mai abgelehnt, sagte Gliwitzky – aus formalen Gründen. Doch auch inhaltlich äußerte sich das Gericht dazu: Nach sieben Jahren sei eine Aufklärung bei der vorliegenden Sachlage im Grunde ausgeschlossen.