Ab Montag wieder Bahnstreik im Personenverkehr

Die Lokführergewerkschaft GDL ruft wieder zum Streik auf. Ab morgen schon im Güterverkehr. Am Montag und Dienstag soll dann wieder der Personenverkehr soweit wie möglich lahmgelegt werden. Das hat GDL-Chef Claus Weselsky heute angekündigt, da die Deutsche Bahn noch keinen neuen Tarifvorschlag vorgelegt habe. Der Streikt im Personenverkehr beginnt Montag um 02 Uhr nachts und endet am Mittwoch um 02 Uhr nachts. Die S-Bahn München arbeitet wieder an einem Notfahrplan. Dieser wird so ähnlich aussehen, wie vergangene Woche bei dem Streik. Details müssen aber noch geklärt werden, wie die Bahn auf TOP FM Anfrage mitteilte. Der Streik-Ersatzfahrplan für die S-Bahn-München soll noch im Laufe des Freitags veröffentlicht werden. Busse, Tram- und U-Bahnen sind vom Streik nicht betroffen. Privatbahnen wie Agilis, Länderbahn, Bayerische Oberlandbahn oder Bayerische Regiobahn sind laut GDL nicht direkt betroffen.

Worum geht es bei dem Streik?

Die GDL sagt, dass es ihr vor allem um mehr Lohn und eine Sicherung der Betriebsrenten geht. Aber hinter dem Kampf steckt mehr. Die GDL hat rund 37.000 Mitglieder, die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) hingegen rund 190.000 Mitglieder. Laut dem Tarifeinheitsgesetz, muss die Bahn nur mit der EVG einen Tarifvertrag aushandeln. Das ist bereits geschehen. Die GDL fordert nun etwas bessere Konditionen. Der DB Konzern besteht aus mehr als 300 Betrieben. Laut der Bahn stellt die GDL nur in 16 von diesen eine Mehrheit bei der Belegschaft. Daher kann die GDL nur für diese 16 Betriebe einen eigenen Tarifvertrag aushandeln. Das ist natürlich ein großer Nachteil für die GDL. Damit sie weiterhin genügend Mitglieder behält, will sie sich nun damit hervortun, dass sie bessere Konditionen aushandelt als die EVG. Die GDL kämpft also auch um ihre Existenz. Die EVG hat sich im Gegenzug ein Kündigungsrecht in den Tarifvertrag reinschreiben lassen. Sollte die GDL wirklich deutlich bessere Konditionen erstreiken, kann die EVG ihren Tarifvertrag kündigen und auch für mehr Lohn streiken.