Änderungen für 2022: Plastiktütenverbot, höherer Mindestlohn und Co. – die Übersicht

Der Mindestlohn steigt, Plastiktüten werden verboten, die Pflegereform tritt in Kraft: Das sind nur einige der vielen Änderungen 2022. Wichtige Gesetze, Neuerungen und Termine für Verbraucher und Betriebe zeigt die Übersicht:

 

  • Mindestlohn: Aktuell liegt der gesetzliche Mindestlohn bei 9,60 Euro pro Stunde. Im neuen Jahr steigt er gleich zweimal: Zum 1. Januar 2022 soll er auf 9,82 und zum 1. Juli 2022 auf 10,45 Euro angehoben werden. SPD, Grüne und FDP wollen den Mindestlohn auf 12 Euro pro Stunde erhöhen.

 

  • Plastiktütenverbot beim Einkaufen: Ab Januar 2022 gilt in Deutschland ein Verbot für leichte Plastiktragetaschen. Durch dieses Maßnahme soll der Plastikmüll reduziert und die Umwelt geschützt werden. Händler dürfen dann keine leichten Kunststofftragetaschen mehr an ihre Kunden ausgeben. Dies sind Tüten mit einer Wandstärke von 15 bis 50 Mikrometern. Ein Verstoß gegen das Verbot soll als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern geahndet werden können. Die Plastiktüten in der Obst und Gemüseabteilung sind von dieser Regelung allerdings ausgenommen.

 

  • Pfandpflicht für Getränke: Ab 2022 wird die Pfandpflicht für Getränke ausgeweitet. Zu den bisher bekannten pfandpflichtigen Flaschen kommen dann auch Sektflaschen, Säfte, Energydrinks und Wein. Ausgenommen davon bleiben weiterhin Milchgetränke.

 

  • CO2-Steuer steigt: Auch 2022 steigt die CO2-Steuer, um den Klimaschutz attraktiver zu machen. Statt 25 Cent je Tonne ausgestoßenem Kohlendioxid sind dann 30 Cent fällig. Das wirkt sich unter anderem auf Kraftstoffpreise aus – allerdings nicht so stark wie Anfang 2021. Nach Berechnungen des ADAC dürften sich Benzin und Diesel durch den CO2-Preis nun ungefähr um je eineinhalb Cent verteuern.

 

  • Kinderzuschlag wird erhöht: Der Kinderzuschlag, eine Leistung zusätzlich zum Kindergeld für Familien mit geringem Einkommen, wird leicht erhöht. Er steigt von 205 Euro um vier Euro auf bis zu 209 Euro pro Monat pro Kind. Das gilt nach Angaben des Familienministeriums allerdings nur, falls nicht kurzfristig eine Kindergelderhöhung zum 1. Januar beschlossen wird.

 

  • Neue Regeln für Hundehalter: Hundehalter müssen ab 2022 darauf achten, dass genug Auslauf, eine ausreichende Betreuung, Kontakte mit Artgenossen oder auch eine angemessene Unterkunft gewährleistet sind. Wer ein Haustier hält, muss nun aber nicht mit regelmäßigen Besuchen der Polizei rechnen. Laut Tierschutzbeauftragten erledigen die Veterinärämter der Landkreise bzw. kreisfreien Städte die Kontrollen – und sie kontrollieren auch nur dann, wenn sie von einem Rechtsverstoß erfahren oder einen Verdacht haben. Was genau bei einem Verstoß auf die Halter zukommt, hänge von der Schwere der Tat ab. 

 

  • Corona-Bonus noch bis März 2022: Bis zum 31. März 2022 können Arbeitgeber ihren Mitarbeitern noch einen steuerfreien Corona-Bonus auszahlen. Die Höchstgrenze von insgesamt 1.500 Euro darf jedoch nicht überschritten werden. Das bedeutet, wenn im Jahr 2021 bereits ein steuerfreier Corona-Bonus gezahlt wurde, darf die Summe aller Boni zusammen nicht mehr als 1.500 Euro betragen.

 

  • Homeoffice-Pauschale: Die Homeoffice-Pauschale von fünf Euro pro Tag, maximal 600 Euro pro Jahr, die Arbeitnehmer als steuersparende Werbungskosten und Unternehmer als gewinnmindernde Betriebsausgaben berücksichtigen dürfen, war ursprünglich auf die Jahre 2020 und 2021 begrenzt. Da aktuell aber wieder viele im Homeoffice arbeiten, ist hier mit einer Verlängerung der Steuer­vergünstigung zu rechnen.

 

  • Änderungen bei Harzt IV: Im Januar 2022 gibt es zudem eine Erhöhung bei dem Hartz-IV-Satz. Für alleinstehende Erwachsene beträgt dieser dann 449 Euro. Das ist eine Erhöhung von drei Euro. Der Regelsatz für Jugendliche ab 14 Jahren steigt ebenfalls um drei Euro auf 376 Euro. 

    Ehegatten und Partner bekommen in Zukunft 404 Euro, Erwachsene unter 25 Jahren ohne eigenen Haushalt erhalten 360 Euro - ebenfalls jeweils ein Plus von drei Euro. Bei Kindern erhöht sich der Satz um zwei Euro. Kinder bis fünf Jahre erhalten statt bisher 283 Euro Ende Dezember 285 Euro pro Monat. Sechs- bis 13-Jährige kriegen künftig 311 Euro. An den Änderungen gibt es allerdings viel Kritik aus Politik, Wirtschaft und Verbänden, da es nur sehr geringe Erhöhungen sind.  

 

  • Elektronische Krankschreibung: Zum 1. Januar werden die elektronischen Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen für Arztpraxen zur Pflicht. Mit der eAU werden die Krankschreibungen elektronisch an die Krankenkassen übermittelt. Ab Juli sollen auch die Arbeitgeber einbezogen werden.

 

  • Fahrkarten im Zug: Kurzentschlossene können bei der Deutschen Bahn ab 1. Januar keine Papierfahrkarten mehr im Zug beim Schaffner kaufen. Die Alternative: ein digitales Ticket, das bis zehn Minuten nach Abfahrt auf bahn.de oder per App gebucht werden kann.

 

  • Kükentöten: Das millionenfache Kükentöten in der Legehennenhaltung wird im neuen Jahr ein Ende haben. Bisher wurden in deutschen Brütereien jährlich fast 45 Millionen männliche Küken getötet, da sie weder für die Eierproduktion noch als Masthühner nutzbar sind.