Bayern hebt nächste Woche Priorisierung beim Impfen auf

Die CSU-Landtagsfraktion hat heute weitere Lockerungen bei den Coronamaßnahmen besprochen. Eine Zustimmung des Koalitionspartners Freie Wähler sollte sicher sein.
Im Laufe der nächsten Woche soll die Impf-Reihenfolge nach Priorisierungsgruppen bei den Hausärzten komplett wegfallen. Die Hausärzte dürfen jetzt schon mit AstraZeneca jeden ab 18 Jahren impfen, den sie möchten. Im Laufe der nächsten Woche wird das auch mit Biontech und Moderna möglich sein. Grund ist laut Ministerpräsident Söder, dass im Mai nun so viel Impfstoff zur Verfügung steht, wie von Januar bis April es gemeinsam der Fall war. In den Impfzentren bleibt die Impfreihenfolge aber bestehen. So soll sichergestellt werden, dass Menschen aus höheren Priorisierungsgruppen, die sich bisher nicht impfen lassen wollten, weiterhin vorrangig geimpft werden, wenn sie sich nun doch für eine Impfung entscheiden.

Ministerpräsident Söder kündigte zudem gezielte Impfkampagnen ab Juni an. So sollen Abschlussschüler an Gymnasien, FOS/BOS und Schüler an Berufsschulen über 18 Jahren geimpft werden. Wenn Impfstoffe für Kinder ab 12 zugelassen sind, sollen auch jüngere Schüler gezielt an Schulen geimpft werden. Und Ministerpräsident Söder kündigte eine gezielte Impfkampagne im „Migrationsbereich“ an, da vor allem in den Städten überdurchschnittliche Inzidenzen im „Migrationsbereich“ vorlägen. Eine niedrigere Inzidenz dort würde schnellere Lockerungen für alle bedeuten, so Söder.

Außerdem kündigte der Ministerpräsident zwei weitere Lockerungen ab dem 21. Mai an. In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz von unter 100, sollen dann Freibäder öffnen dürfen. Dies solle auch die Lage an Badeseen und Flüssen entzerren. Außerdem dürfen dann Kulturstätten Veranstaltungen unter freiem Himmel für bis zu 250 Gäste anbieten, wenn diese einen negativen Test vorweisen können bzw. voll geimpft sind oder als genesen gelten und die Abstandsregeln eingehalten werden. Nach Pfingsten werde man überprüfen, welche Möglichkeiten es für weitere Innenbereiche geben kann, etwa die Innengastronomie und Fitnessstudios, sagte Söder. Bei den Fitnessstudios hatte das Gesundheitsministerium heute klargestellt, dass diese doch nicht öffnen dürfen. Viele Kreisbehörden hatten die Regelung, dass kontaktfreier Sport im Innenbereich erlaubt ist, so ausgelegt, dass die Studios wieder öffnen dürfen. Dies war zum Beispiel in den Landkreisen Starnberg und Landsberg geschehen. Nun müssen die Studios wieder schließen und wissen weiterhin nicht, wann sie wieder öffnen dürfen.