Bayern verschärft den Kampf gegen den Hass im Netz

«Ne Bombe rein…» – «Reinfeuern» – «Einfach nur ekelhafte Menschen»: Hasskommentare im Internet sind ein Massenphänomen. Bayern verschärft nun den Kampf gegen die Verrohung im Netz und hat den ersten Hate-Speech-Beauftragten des Landes installiert. Der Oberstaatsanwalt Klaus-Dieter Hartleb soll sich künftig an vorderster Front um die Bekämpfung von Hass im Netz kümmern. Hassrede gab es ja schon immer, aber im Internet habe sich etwas zusammengebraut, das eine echte Gefahr für unsere Demokratie sei, sagt Bayerns Justizminister Eisenreich. Es sei spürbar, dass aus Hass reale Gewalt werden kann.

Bei allen 22 bayerischen Staatsanwaltschaften sind inzwischen Sonderdezernate für die Bekämpfung von Hate-Speech eingerichtet worden. Der neue Beauftragte soll diese Dezernate koordinieren und ist als zentrale Anlaufstelle bei der Generalstaatsanwaltschaft München angesiedelt. Er soll künftig beispielsweise für das neue Online-Verfahren zuständig sein, das es Kommunalpolitikern erleichtern soll, sich bei Online-Straftaten an die Justiz zu wenden. Außerdem soll er herausgehobene Ermittlungsverfahren führen, etwa solche, bei denen Morddrohungen gegen Politiker ausgesprochen werden. Hartleb kündigte «angemessen harte Strafen» an. Eine Einstellung von Verfahren um Hasskommentare wegen Geringfügigkeit solle nur noch in Ausnahmefällen möglich sein.