Bundestag stimmt gegen die Widerspruchslösung bei Organspende

Der Bundestag hat gegen die Neuregelung der Organspende nach Modell von Bundesgesundheitsminister Spahn gestimmt. Er hatte sich dafür ausgesprochen, dass jeder automatisch Organspender ist, außer er hat zuvor ausdrücklich widersprochen. Spahn sagte in der Debatte heute Vormittag: „Wer ganz klar NEIN sagt, ist auf der sicheren Seite, dass ihm oder ihr kein Organ entnommen wird“. Und: Selbst wenn man sich vorher dazu bereit erklärt hat „werden immer auch noch einmal die Angehörigen befragt“. Der Bundestag stimmte aber mit 379 zu 292 Stimmen gegen diese sogenannte Widerspruchslösung.

Stattdessen wurde mit 432 zu 200 Stimmen der Alternativ-Vorschlag von Grünen-Chefin Annalena Baerbock für eine umgestalten der Organspende angenommen. Dieser besagt, dass wir Deutschen uns nun alle zehn Jahre mit dem Thema Organspende auseinandersetzen müssen. Und zwar, wenn wir einen neuen Pass beantragen. Dann sollen die Bürgerämter uns über die Organspende informieren und fordern uns auf, bis zur Abholung des Passes uns überlegen, wie wir zu dem Thema stehen. Dann können wir vor Ort selbst an einem Computer verschlüsselt eintragen, ob wir Organspender sein möchten oder nicht. Wir sollen uns aber auch jederzeit von zu Hause online als Organspender eintragen können. Die Entscheidung kann dann von Kliniken in einem Online-Register schnell abgefragt werden, und so ist klar, ob jemand nach seinem Tod Organe spenden möchte oder nicht.

Kritiker dieser Lösung bezweifeln, dass sich dadurch die Zahl der Organspender ausreichend steigern wird. Aktuell warten zehn Mal so viele Menschen auf ein Organ, als es Organspenden gibt.