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Corona-Testnachweispflicht für Kita-Kinder im neuen Jahr

Auch für die Kitas in Bayern gilt nach den Weihnachtsferien eine Corona-Testnachweispflicht. Das hat das bayerische Kabinett heute (07.12.21) beschlossen.

Das bedeutet: Kinder, die älter als ein Jahr sind, dürften ab dem 10. Januar 2022 nur noch in die Kita, wenn sie drei Mal wöchentlich getestet werden. Die Testnachweispflicht entfällt allerdings für geimpfte und genesene Kinder.

Akzeptiert werde ein Test, der in der Einrichtung vorgenommen werde, oder auch die glaubhafte Versicherung eines selbst vorgenommenen Schnelltests. Auch PCR-Pooltests seien möglich, sofern die Träger dies anböten, so Staatskanzleichef Florian Herrmann.

 

Was das bayerische Kabinett heute außerdem beschlossen hat:

In Anbetracht der teilweise übervollen Intensivstationen in Bayerns Krankenhäusern will Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) mehr Personal gewinnen. Damit soll die Zahl der nutzbaren Intensivbetten um bis zu 100 erhöht werden. Laut Intensivregister hat Bayern derzeit 3673 betreibbare Intensivbetten. Wegen Personalmangels ging die Zahl innerhalb eines Jahres um rund 20 Prozent nach unten. Bayern startet deshalb eine Bundesratsinitiative, bei der das Nettogehalt von Intensivpflegepersonal und Pflegekräften mit vergleichbarer Belastung für zwölf Monate verdoppelt werden soll. Einerseits sollen Gehaltsanteile steuerfrei gestellt werden, andererseits soll ein vom Bund ohnehin geplanter Pflegebonus ausgeweitet werden. Bayern will zusätzlich das Staatssäckel öffnen und Geld für Kliniken bereitstellen, das dann an das Personal weitergereicht werden kann.

Außerdem sollen zur Entlastung von Akutkrankenhäusern auch Fachkliniken und ähnliche Häuser ab sofort in die Versorgung von Corona-Patienten eingebunden werden. Die entsprechenden Kliniken werden aufgefordert, geeignete Patienten aufzunehmen – alternativ sollen sie Pflegepersonal für besonders belastete Krankenhäuser zur Verfügung stellen, wie das Kabinett beschloss.

Dafür soll es eine finanzielle Entschädigung für die Kliniken geben, beziehungsweise die Pflegekräfte sollen einen Ausgleich für die Zusatzbelastungen bekommen. Auch Pflegekräfte aus Reha-Einrichtungen sollen mithelfen. Insgesamt stellt der Freistaat 66 Millionen Euro bereit, um mit diesen und weiteren Maßnahmen die Kapazitäten zur Behandlung von Intensivpatienten zu sichern und zu erweitern. Das sei ein «guter Aufschlag», sagte Holetschek. Man wolle Wertschätzung auch mit «monetärer Unterstützung» zeigen. Details würden noch verhandelt, zu denken sei aber an Zuschläge zum Gehalt oder auch Zuschüsse etwa für Kinderbetreuung, wenn jemand bereit sei, von einem Teil- auf einen Vollzeitjob umzusteigen.

Die bayerische Krankenhausgesellschaft begrüßte den Vorstoß. «Es ist richtig, in die Vergütungen der Beschäftigten zu investieren», sagte Geschäftsführer Roland Engehausen. Die Versorgung von Covid-Patienten sei eine echte körperliche und psychische Belastungsprobe.

 

Das Alpenland Bayern hat ein Herz für Skifahrer und erhört die Rufe der Tourismusbranche. Die Staatsregierung entschärft die Corona-Vorschriften dahingehend, dass Geimpfte und Genesene Gondeln und Lifte ohne zusätzlichen Corona-Test benutzen dürfen, wie Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) ankündigten. Ursprünglich hatte die Staatsregierung für das Skifahren 2G plus vorschreiben wollen, jeder Skifahrer in Bayern hätte sich damit also vor dem Kauf eines Tickets auch noch zusätzlich testen lassen müssen. Nun gilt wie in Österreich 2G ohne «plus», also Zugang für Geimpfte und Genesene – allerdings dürfen Gondeln nur zu einem Viertel besetzt werden.