Coronavirus: Bayern will Großveranstaltungen verbieten

Bisher hatte Bundesgesundheitsminister Spahn dazu nur geraten. Jetzt will die bayerische Staatsregierung offenbar Ernst machen. Der Koalitionsausschuss hat heute beschlossen, dass wegen des Coronavirus alle Veranstaltungen mit über 1.000 Gästen verboten werden. Die Regelung soll bis Karfreitag, den 10. April, gelten. Das berichten mehrere Medien. Die Details sollen morgen (Dienstag) in einer Kabinettssitzung beschlossen werden.

Das Verbot wird weitreichende Folgen haben. Am prominentesten werden sicher die Auswirkungen auf die großen Sportvereine sein. So könnte der FC Bayern zum Beispiel seine Heimspiele gegen den FC Chelsea und Eintracht Frankfurt ohne Zuschauer austragen müssen. Es wären also Geisterspiele. Aber das Verbot wird auch viele andere Vereine treffen. So stehen beispielsweise auch viele bayerische Eishockeyclubs vor Problemen.

Außerdem stehen viele Starkbierfeste und Frühlingsfeste vor der Absage. Die Stadt Puchheim hatte heute bereits ihr Volksfest, das Ende März starten sollte, wegen des Coronavirus abgesagt. Zudem müssten alle größeren Konzerte abgesagt werden.

Absage wegen Coronavirus: Bekomme ich mein Geld zurück?

Die Experten sind sich leider noch uneins. Denn es gibt noch keine Rechtssprechung, welche Regeln in solch einer Ausnahmesituation genau gelten. Viele Rechtsexperten gehen aber davon aus, dass nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) §275 der allgemeine Grundsatz der Unmöglichkeit gilt. Sprich, da der Veranstalter seine Leistung nicht vollbringt, muss der Besucher auch nicht dafür zahlen. Wir bekommen also unser Geld zurück. Die Verbraucherzentrale NRW geht davon aus, dass wir auch Vorverkaufsgebühren zurückerstattet bekommen. Die Veranstalter könnten sich die Verluste vom Staat erstattenlassen, so die Einschätzung vieler Experten. Allerdings könnten einige Veranstalter auch darauf pochen, dass ein solches Verbot aufgrund des Coronavirus höhere Gewalt sei oder aufgrund der AGB das Geld nicht zurückerstattet werden muss. In solchen Fällen müssten betroffene Kunden dann wohl vor Gericht für ihr Geld streiten.