Coronavirus: Bund und Länder planen gravierende Maßnahmen

Die Welt mit dem Coronavirus ist nicht mehr die Welt vor dem Coronavirus. Das ist letztendlich die Kernaussage einer Pressekonferenz von Bundeskanzlerin Merkel, Ministerpräsident Söder, und dem Vorsitzenden der Ministerpräsidentenkonferenz, Hamburgs ersten Bürgermeister Peter Tschentscher, die am Abend in Berlin stattfand. Gemeinsam verkündeten sie weitgehende Einschnitte, die aufgrund der Coronaviruspandemie ergriffen werden sollen. Kanzlerin Merkel rief dazu auf, alle Veranstaltungen, auch die mit unter 1000 Besuchern, abzusagen. Ministerpräsident Söder, der erst diese Woche nur Veranstaltungen über 1.000 Besucher in Bayern verboten hatte, kommentierte dies mit dem Hinweis, dass sich derzeit jeden Tag ändere, was angemessene Entscheidungen sind.

Söder kündigte außerdem an, dass die Osterferien in Bayern ausgeweitet werden könnten. Im Raum steht, dass die Ferien schon am nächsten Montag beginnen und somit schon drei Wochen früher starten. Damit würden sie insgesamt fünf Wochen dauern. Die bayerische Staatsregierung will morgen (Freitag) entscheiden, wie es mit den Schulen und den Kitas weitergeht. 

Operationen, die medizinisch nicht notwendig sind, sollen in ganz Deutschland verschoben werden. Damit soll Platz geschaffen werden, um Coronapatienten behandeln zu können. Außerdem sollen mehr Intensivbetten geschaffen werden. Söder sagte, er wolle keine Situation wie in Italien, wo die Krankenhäuser so überlastet sind, dass die Ärzte nach dem Alter der Patienten entscheiden, wen sie behandeln, da sie nicht alle Patienten versorgen können. Kanzlerin Merkel kündigte an, dass man Gespräche mit Herstellern von Atemschutzmasken führen wird, um die Versorgung zu sichern.

Alle drei Politiker riefen dazu auf, jeden persönlichen Kontakt mit anderen Menschen so weit wie möglich zu vermeiden. 

Bund und Länder wollen der Wirtschaft unter die Arme greifen. Bereits morgen (Freitag) wollen Bundestag und Bundesrat die Einführung von Kurzarbeit beschließen. Anstatt Leute zu entlassen, können Unternehmen bei finanziellen Schwierigkeiten Mitarbeiter in Kurzarbeit schicken. Dann müssen sie auch nur anteilig verminderten Lohn zahlen. Von der Differenz zum Normallohn, bekommen die Mitarbeiter 60 Prozent von der Agentur für Arbeit als Kurzarbeitergeld ausgezahlt.