Das ändert sich 2020 für Autofahrer

Fahrrad-Überholverbot, Rollerfahren ab 15 und höhere Bußgelder für Falschparker. Ganze 2,5 Jahre unserer Lebenszeit verbringen wir im Schnitt im Auto! Zusätzlich kommt die Zeit, die wir als Radfahrer oder Fußgänger im Straßenverkehr verbringen. Mit anderen Worten – wir sind megalang im Straßenverkehr unterwegs. Grund genug, sich mal genauer anzuschauen, was die Bundesregierung im neuen Jahr für alle Straßenteilnehmer so ändern möchte. Den entsprechenden Plänen von Bundesverkehrsminister Scheuer hat sie schon zugestimmt. Allerdings muss der Bundesrat für viele Vorhaben noch grünes Licht geben.

Los geht’s beim Falschparken. Da müssen Autofahrer zukünftig deutlich tiefer in die Tasche greifen. Bis zu 100 Euro und in gravierenden Fällen auch Punkte in Flensburg sollen als Strafe fürs Parken auf Geh- und Radwegen fällig werden.

Autofahrer, die keine Rettungsgasse bilden müssen ab 2020 mit Strafen von bis zu 320€, einem einmonatigem Fahrverbot und zwei Punkten in Flensburg rechnen.

Nicht nur Einsatzkräfte, sondern auch Radlfahrer sollen in Zukunft sicherer ans Ziel kommen. Im neuen Jahr soll es nämlich ein neues Verkehrsschild geben, dass Autos das Überholen von Zweirädern verbietet. Ansonsten gilt immer: innerorts mindestens einen Abstand von 1,5 Metern und außerorts einen Abstand von 2,0 Metern zum Fahrradfahrer einhalten.

Die Typklassen der Kfz-Versicherung werden 2020 neu geregelt! Nicht zum Vorteil von allen. Rund elf Millionen Autofahrer sind von dieser Umstellung betroffen, aber nur für 4,6 Millionen entsteht daraus eine Verbesserung. Rund 6,5 Millionen Fahrzeughalter müssen mit höheren Beiträgen rechnen.

Alle Jugendlichen können sich freuen. Der Bundestag hat beschlossen, das Mindestalter für den Roller-Führerschein auf 15 Jahre zu senken. Ob die Herbst 2019 beschlossene Neuregelung auch tatsächlich umgesetzt wird, entscheidet aber jedes Bundesland für sich.

Bundesverkehrsminister Scheuer plant fürs neue Jahr die Nutzung von Elektro- und Automatikautos zu fördern. Dafür soll es eine Änderung der Führerscheinprüfung geben: Nach dem Bestehen des Automatikführerscheins soll ein kurzes Fahrtraining mit einem Fahrzeug mit manueller Schaltung ausreichen, um auch Schaltwagen fahren zu dürfen. Die bisher notwendige zweite amtliche Prüfung würde entfallen. Dafür braucht es aber erst mal noch eine Änderung einer EU-Richtlinie.

Außerdem möchte Scheuer das Fahren von leichten 125-Motorrädern unter bestimmten Voraussetzungen mit dem Autoführerschein erlauben. Dafür muss man mindestens 25 Jahre alt sein und schon 5 Jahre im Besitz eines Führerscheins der Klasse B sein. Die Umsetzung des Vorhabens ist allerdings ungewiss.

2020 könnten es außerdem neue Dieselfahrverbote in weiteren deutschen Großstädten geben.