Der digitale Impfpass ist da

Schluss mit dem zerfledderten gelben Lappen - ab sofort gibt es den digitalen Impfpass. Geimpfte können einen Nachweis darüber in der Corona-Warn-App oder bald dann auch in der neuen App "Covpass" hinterlegen. Ein Überblick:

Was ist ein digitaler Impfnachweis?

Hinter dem Begriff "Digitaler Impfpass" verbirgt sich gemeinhin die Smartphone-App "CovPass". Diese vom des Robert-Koch-Institut veröffentlichte App ist die deutsche Umsetzung des EU-Vorhabens, ein offizielles Zertifikat zum Nachweis von Impfungen, Tests und überstandenen Covid-19-Erkrankungen zu etablieren. Entwickelt haben die App die Unternehmen IBM, Ubirch, govdigital und Bechtle im Auftrag des Bundesgesundheitsministeriums.

Wo man den Impfpass bekommt?

Den digitalen Nachweis soll man sich direkt in Praxen oder Impfzentren erstellen lassen können. Dafür wird ein Code erzeugt, den man gleich mit dem Smartphone abscannen oder auf Papier mitnehmen und später scannen kann. Genutzt werden kann der Nachweis dann über eine kostenlose App, die ihn lokal auf dem Handy speichert.

Geimpfte können den Pass nachträglich bekommen

Knapp 19 Millionen Bürger sind inzwischen schon vollständig geimpft, ehe der digitale Nachweis starten konnte. Sie können ihn aber noch nachträglich bekommen. Impfzentren sollen ihn ausgedruckt per Post zuschicken. Außerdem können Ärzte und auch Apotheken ein Zertifikat erstellen. Viele Apotheken wollen dies ab kommendem Montag anbieten, wie die Branchenvereinigung ankündigte.

Was bringt der digitale Impfpass?

Mit dem Nachweis kann bei Besuchen von Restaurants, Konzerten oder Veranstaltungen schnell nachgewiesen werden, dass der Impfschutz vollständig ist. Auch soll das Reisen über Ländergrenzen hinweg erleichtert werden.

Unterschied zwischen Corona-Warn-App und Covpass

Die Corona-Warn-App ist eine vom RKI herausgegebene Tracing-App und dient der Kontaktnachverfolgung, um Infetkionsketten zu stoppen. Dort kann man nun auch den Impf-Nachweis hinterlegen - die App wurde also um die Funktion erweitert.

CovPass ist eine App der Bundesregierung, die bald verfügbar sein und mit der man die Corona-Impfung ebenfalls nachweisen können soll. Auch Genesene und Getestete sollen das dort hinterlegen und sich damit ausweisen können. Darüber hinaus hat CovPass keine weiteren Funktionen, wie die Webseite des RKIs beschreibt - es geht also nur um den Impf-Nachweis. CovPass könnte also für Menschen gedacht sein, die nicht die Corona-Warn-App wollen, sich aber dennoch digital ausweisen möchten.

Ist der digitale Impfpass freiwillig?

Genau wie die Impfung selbst ist der digitale Impfnachweis freiwillig. Er ist ohnehin nur eine digitale Form des Nachweises - man kann dies auch weiterhin analog handhaben, etwa mit dem gelben Impfheft.

Impfnachweis für ganz Europa

Deutschland setzt mit dem "CovPass" ein Vorhaben der Europäischen Union um. Die EU-Länder und das EU-Parlament hatten sich kürzlich auf Details eines Zertifikats geeinigt, mit dem man Impfungen, Tests und überstandene Covid-19-Erkrankungen nachweisen kann. Die EU habe die Chance, damit einen Maßstab zu setzen, sagte Spahn. Wenn man einen QR-Code mit dem Handy im Restaurant vorzeige und dies in Italien, Finnland oder Portugal als Impfnachweis erkannt werde, sei das "einmalig" im Vergleich zu nationalen Insellösungen.

Maßnahmen gegen Fälschungen

Um Missbrauch zu vermeiden, dürfen nur autorisierte Personen den digitalen Impfnachweis erstellen. Geschieht dies nachträglich ausgehend vom Papier-Impfheft, soll man auch einen Ausweis vorzeigen müssen, wie das Gesundheitsministerium erläutert. Apotheken könnten die gelben Impfbücher auf Fälschungen überprüfen, wie sie es bei anderen Dokumenten wie Rezepten auch schon tun.