Die Corona-App: Alles was Ihr wissen müsst

Die Coronapandemie ist noch lange nicht überstanden. Im Kampf gegen den Virus setzt die Bundesregierung auf eine Corona-App, die seit Dienstag, den 15.06.2020, endlich verfügbar ist. Wie funktioniert Sie genau? Welche Daten werden wo gespeichert? Wir beantworten die wichtigsten Fragen für Euch.

Wo kann ich die App downloaden?

Hier könnt Ihr die App im App-Store runterladen

Hier könnt Ihr die App im Google-Play-Store runterladen

Weshalb werden so viele Hoffnungen in die App gesetzt?

Mit der "Corona-Warn-App" sollen die Ansteckungen leichter verfolgt werden können, wenn die Corona-Beschränkungen weiter gelockert werden. Aktuell müssen die Mitarbeiter der Gesundheitsämter stundenlang recherchieren und Personen nachtelefonieren, um Infektionsketten nachverfolgen zu können. Mit der App könnte das automatisiert und damit viel schneller und genauer geschehen. Ihr werdet dann einfach umgehend gewarnt, wenn Ihr euch neben infizierten Personen aufgehalten habt. Damit sollen letztendlich die Corona-Infektionsketten schneller durchbrochen und die Pandemie so eingedämmt werden.

Wie soll die App für Deutschland funktionieren?

Jedes Handy mit installierter und - ganz wichtig - aktivierter App verbindet sich automatisch per Bluetooth mit allen Smartphones in der Nähe, die auch diese App nutzen. Das funktioniert aber natürlich nur, wenn auch das Bluetooth am Handy angeschaltet ist. Über die Signalstärke wird dabei die Entfernung zwischen euch und anderen Nutzern festgestellt. Die Handys tauschen dann, bei engem Kontakt, ID-Schlüssel aus. Die App speichert, mit wem Ihr engen Kontakt hattet. Und wenn einer dieser Menschen positiv auf Covid-19 getestet und das der App gemeldet wird, werdet Ihr sofort über eure App darüber benachrichtigt. In diesem Fall wird euch auch gleich eine persönliche "Risikostufe für eine Infektion" mitgeteilt.

Was geschieht mit den Daten?

Die Entwickler versichern, dass eure persönlichen Daten nicht gespeichert oder weitergeschickt werden. Die App erfasse keinerlei Geo-Daten und übermittelt auch keine Standortinformationen. Die Daten werden nicht zentral gespeichert, sondern nur dezentral auf dem jeweiligen Smartphone. Das Handy ruft nur immer mal wieder eine anonymisierte Liste ab, um zu überprüfen, ob Ihr Kontakt mit einer infizierten Person hattet. Für diesen Abgleich verlassen aber Eure Daten nicht das Handy.

Können meine Daten missbraucht werden?

Daten auf einem Handy sind nie zu 100 Prozent vor einem Missbrauch geschützt. Da die Daten aber nur auf Eurem Handy und nicht zentral auf irgendwelchen Servern gespeichert werden, ist ein Missbrauch viel unwahrscheinlicher. Dass euch jemand hackt und als Infizierten meldet, ist hingegen ausgeschlossen. Denn die Gesundheitsbehörden müssen jeden Infektionsfall bestätigen.

Ist der Programmcode einsehbar?

Die Entwickler haben großen Wert darauf gelegt, die App möglichst transparent zu entwickeln. Darum haben sie den kompletten Programmcode auf der Plattform GitHub veröffentlicht. Über 65.000 Freiwillige Experten haben diesen Quellcode bis Pfingsten bereits gelesen und ihre Vorschläge für Verbesserungen eingebracht. Auf ihrer Website haben die Entwickler bereits auf so ziemlich alle Fragen geantwortet, wie zum Beispiel, ob die Sicherheit durch die Offenlegung des Quellcodes gefährdet ist oder welche Nebenbedingungen von der Bundesregierung kamen. Ihr könnt also alles genau einsehen und euch von der Legitimität der App selbst überzeugen.

Wann wird die App ein Erfolg?

60 Prozent der Bevölkerung müssten die App verwenden und ihren Empfehlungen folgen, damit sie ein voller Erfolg wird. Allerdings gehen die Wissenschaftler davon aus, dass die Corona Pandemie auch schon bei weniger Nutzern besiegt werden kann. Genauso denkt auch die Bundesregierung. Die App sei nicht nutzlos, wenn nur wenige mitmachen. Sie werde auf jeden Fall positiv zur Bekämpfung der Pandemie beitragen, auch wenn nur 20 Prozent sie nutzen.

Wie viele Menschen wollen die App nutzen?

Laut dem ARD-Deutschland-Trend vom 04. Juni wollen 42 Prozent der Deutschen die Corona-App nutzen. 39 Prozent wollen sie nicht installieren, und 16 Prozent haben laut der Umfrage gar kein Smartphone. Der Rest, ist sich noch nicht sicher. In Deutschland gibt es derzeit nur eine App, die von mehr als 60 Prozent genutzt wird: WhatsApp.

Warum dauerte es mit der deutschen App so lange?

Eigentlich sollte die App bereits Mitte April erscheinen, jedoch hat die Diskussion über die Art und Weise, wie die Daten gespeichert werden, länger gedauert als erwartet. Auch die Programmierung der App entpuppte sich dann als komplizierter als anfänglich gedacht. Außerdem beinhaltet die App eine völlig neue Technologie und da in kürzester Zeit die App auf jedem Handy installiert werden soll, wurde es ein riesiges Projekt, das dafür eigentlich schnell umgesetzt wird.