Die neuen Coronamaßnahmen für Bayern

Einen Tag nach dem großen Bund-Länder-Gipfel hat die bayerische Regierung nun die konkreten Coronamaßnahmen für den Freistaat erlassen. Diese sehen wie folgt aus.

Der Lockdown Light wird bis zum 20. Dezember verlängert. Das heißt,

  • Einrichtungen der Freizeitgestaltung: Theater, Opern, Kinos, Freizeitparks, Schwimmbäder, Saunen, Thermen, Museen, Zoos etc. bleiben geschlossen
  • Auch die Gastronomie bleibt geschlossen
  • Geschlossen bleiben auch Dienstleistungsbetriebe, die körperliche Nähe bedürfen (z.B. Beauty-Salons; ausgenommen sind Friseure und medizinisch notwendige Behandlungen)
  • Freizeit- und Amateursport ist nur allein, zu zweit oder mit dem eigenen Hausstand erlaubt. Sportstätten indoor sind geschlossen
  • Profisportveranstaltungen dürfen nur ohne Publikum stattfinden
  • Veranstaltungen aller Art (außer Gottesdienste und Demonstrationen) bleiben verboten
  • Maskenpflicht an allen Schulen, am Arbeitsplatz und auf frequentierten öffentlichen Plätzen
  • Ab 22 Uhr Alkoholverbot auf stark besuchten öffentlichen Plätzen

Zudem wird folgende Maßnahmen verschärft

  • Private Treffen sind auf Menschen aus einem zweiten Hausstand zu begrenzen, aber es dürfen sich nur noch maximal 5 anstatt 10 Menschen treffen. Kinder bis 14 Jahre zählen hier nicht dazu
  • Die Maskenpflicht gilt auch auf Parkplätzen von Geschäften
  • Die Maskenpflicht wird in den Innenstädten ausgeweitet (genaueres müssen die Kommunen festlegen)
  • Hochschulen, Universitäten, Volkshochschulen und andere Einrichtungen der Erwachsenenbildung dürfen nur noch digitale Lehre anbieten
  • Bibliotheken und Archive (ausgenommen Hochschulbibliotheken) werden geschlossen
  • In Geschäften dürfen bei einer Verkaufsfläche von bis zu 800 Quadratmeter maximal ein Kunde pro 10 Quadratmeter Verkaufsfläche in den Laden. Bei Läden und Shoppingcentern mit über 800 Quadratmetern darf nur ein Kunde pro 20 Quadratmetern rein
  • Wer nur für 24 Stunden ins Ausland möchte, muss nun wieder in Quarantäne. Ausgenommen sind folgende Gründe: Arbeit, Schule, Arztbesuche, familiäre Angelegenheiten, Geschäfte des täglichen Bedarfs, nicht aber touristische und sportliche Zwecke.

Für Weihnachten gilt:

Nach der aktuellen Planung dürfen zwischen zwischen dem 23. Dezember und dem 01. Januar maximal 10 Menschen treffen. Dazugehörige Kinder bis 14 Jahre zählen nicht mit. Und die Weihnachtsferien für Schüler beginnen am 19. Dezember (letzter Schultag 18. Dezember)

Für Silvester gilt:

Auch hier kann man sich maximal zu zehnt (dazugehörige Kinder bis 14 Jahre nicht mitgezählt) treffen. Das soll aber keine Einladung zum groß Partymachen sein. Feuerwerk und Böller bleiben erlaubt, die Regierung bittet die Bürger aber darauf freiwillig zu verzichten.

Außerdem hat die Regierung eine neue Hotspot-Strategie eingeführt:

In Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz größer 200 gelten folgende erweiterte Maßnahmen:

  • An den Schulen wird ab Jahrgangsstufe 8 der Unterricht in der Regel in geteilten Klassen als Wechselunterricht (Hybridunterricht) durchgeführt, wenn der Mindestabstand nicht anders eingehalten werden kann. Ausgenommen sind Abschlussklassen und Förderschulen. Die konkrete Ausgestaltung obliegt den Landratsämtern.
  • Musikschulen und Fahrschulen werden geschlossen.
  • Märkte und Wochenmärkte werden geschlossen (ausgenommen Lebensmittelverkauf).
  •  Es besteht ein ganztägiges Alkoholkonsumverbot auf allen öffentlichen Plätzen, an denen sich Menschen entweder auf engem Raum oder nicht nur vorübergehend aufhalten (die Festlegung der Orte erfolgt durch die örtlich zuständigen Behörden).

In Hotspots mit einer 7-Tage-Inzidenz größer 300 gelten darüber hinaus folgende Maßnahmen:

  • Das Landratsamt kann in enger Abstimmung mit der Regierung gezielte Reihentestungen mittels Antigen-Schnelltests durchführen.
  • Ausgangsbeschränkungen können angeordnet werden. Das Verlassen der eigenen Wohnung ist dann nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt.
  • Der Schulbetrieb kann weiter eingeschränkt werden.
  • Dienstleistungsbetriebe, die nicht notwendige  Verrichtungen des täglichen Lebens betreffen, können weiter eingeschränkt werden. Besuche in Alten- und Pflegeheimen, Krankenhäusern und vergleichbaren Einrichtungen können weitergehend eingeschränkt werden.
  •  Zusammenkünfte in Gottesdiensten und Versammlungen nach dem Bayerischen Versammlungsgesetz können angemessen beschränkt werden.

In Landkreisen und kreisfreien Städten mit einer Inzidenz von deutlich unter 50 an sieben aufeinanderfolgenden Tagen und einer sinkenden Tendenz kann das Landratsamt im Einvernehmen mit der zuständigen Regierung die Coronamaßnahmen auch lockern.