Dießen: Missbrauch im SOS-Kinderdorf

Vergangene Woche hatte der Verein SOS-Kinderdörfer selbst eine Studie dazu veröffentlicht, das zwei Mitarbeiterinnen in einem Dorf über Jahre Kinder missbraucht haben. Nun hat der ehemalige Leiter des SOS-Kinderdorfs in Dießen am Ammersee dem Landsberger Tagblatt bestätigt, dass es sich hierbei um das Dorf in Dießen handelt. Er selbst habe erst bei der Untersuchung im vergangenen Jahr von den Vorfällen gehört. Die beiden Mitarbeiterinnen sollen in ihrer Funktion als sogenannte Dorfmütter Kinder auf verschiedenste Weise missbraucht haben. So soll ein fünf Jahre altes Mädchen in einem dunkeln Keller gesperrt worden. Eine Frau soll einem Jungen seine Hausschuhe mit Sekundenkleber an die Füße geklebt haben. Es gibt auch Berichte von sexuellem Missbrauch. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. In SOS-Kinderdörfern werden Kinder betreut, deren Eltern sich laut Verein wegen Armut nicht um sie kümmern können, oder Kinder die familiäre Gewalt erleben. Der Verein will eine neue Stelle für Kinderschutz schaffen, außerdem soll die interne Meldestelle eine Hotline bekommen.