Urteil

Echt oder fingiert? Mitarbeiter bestreitet inszenierten Raubüberfall

Im Prozess um einen mutmaßlich fingierten Raubüberfall auf eine Münchner Globetrotter-Filiale hat der angeklagte Sicherheitsmitarbeiter des Ladens bestritten, die Tat mitgeplant und vorgetäuscht zu haben. Seine zwei mutmaßlichen Komplizen verweigerten heute vor dem Landgericht München I zum Prozessauftakt die Aussage. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Trio vor, Anfang Februar 2019 den Überfall inszeniert zu haben. Dabei wurden 30.000 Euro aus einem Tresor gestohlen.

Vor Gericht verteidigte sich der 49-Jährige mehr als eine Stunde lang detailreich – der Überfall auf ihn sei definitiv echt gewesen. Zweifel daran äußerte ein Polizeimitarbeiter in der Beweisaufnahme, als er beschrieb, wie die Beamten dem Trio auf die Spur kamen. Mit Videoaufzeichnungen ermittelten sie zunächst das mutmaßliche Fluchtauto und den Fahrer. Dessen Überwachung führte zu dem 30-Jährigen mutmaßlichen Räuber. Bei der Festnahme der beiden in einer Hotellobby half dann der Zufall: Ein Barkeeper wollte die beiden mehrfach mit einem Mann mit auffälligen Bart zusammen gesehen haben. Die Beschreibung passte genau auf den Sicherheitsmitarbeiter. Die drei Männer sitzen seitdem in Untersuchungshaft. Für den Prozess sind neun Verhandlungstage angesetzt. Das Urteil soll am 3. April gesprochen werden.