Elf Jahre Haft im spektakulären Stromschlags-Prozess

Im aufsehenerregenden Stromschlags-Prozess vor dem Münchner Landgericht ist der Angeklagte zu elf Jahren Haft wegen versuchten Mordes in 13 Fällen verurteilt worden. Ursprünglich war der Mann sogar wegen 88-fachen Mordes angeklagt. Das Gericht wertete aber nicht alle Fälle als versuchte Morde, sondern ging in einigen Fällen von Körperverletzung aus. Der Informatiker aus Würzburg hatte sich als falscher Arzt ausgegeben und junge Frauen per Internet-Chat dazu gebracht hat, sich selbst lebensgefährliche Stromschläge zuzufügen. Der Angeklagte, der den Gerichtssaal vermummt betrat, nahm das Urteil äußerlich ungerührt entgegen. Er wird in einem psychiatrischen Krankenhaus untergebracht. Das Motiv für die Taten war aus Sicht des Gerichtes ein sexuelles.

Besonders schwerwiegend waren aus Sicht der Kammer die Fälle, in denen der junge Mann seine Opfer dazu brachte, sich metallene Gegenstände an beide Schläfen zu halten – «was bedeutet, dass das menschliche Gehirn im Stromweg liegt», wie der Vorsitzende Richter sagte. Dabei hätten die Opfer heftige Schmerzen erlitten. «Es hat mir das Licht ausgeknipst», zitierte der Richter eines der Opfer. Oder: «Es hat peng im Kopf gemacht.»