EM in München: Greenpeace entschuldigt sich für Protest mit 2 Verletzten

Die Umweltorganisation Greenpeace hat sich nach ihrer misslungenen Protest-Aktion beim Spiel der deutschen Nationalmannschaft entschuldigt. «Das tut uns wahnsinnig leid», sagte ein Sprecher der Organisation am Dienstagabend der Deutschen Presse-Agentur. Auf dem Twitteraccount von Greenpeace hieß es: «Dieser Protest hatte nie die Absicht das Spiel zu stören oder Menschen zu verletzten.» Greenpeace Aktionen seien immer friedlich und gewaltfrei. «Leider ist bei dieser Aktion nicht alles nach Plan gelaufen».

Kurz vor dem Anpfiff des EM-Spiels zwischen Deutschland und Frankreich war ein Motorschirm-Flieger über dem Stadion geschwebt. Dabei geriet er in eine Stahlseilkonstruktion am Stadiondach und kam ins Trudeln. Nur mit großer Mühe konnte er einen Absturz in die Zuschauerränge verhindern. Trotzdem wurden zwei Personen verletzt.

Eigentlich sei der Plan gewesen, dass der Pilot mit einem großen Latexball über das Stadion schwebt, erklärte der Sprecher. Der Ball hätte dann hinab sinken sollen – der Pilot sollte gar nicht landen. Technische Schwierigkeiten hätten ihn aber zur Notlandung auf dem Spielfeld gezwungen.

Mit der Aktion wollte Greenpeace gegen den Sponsor Volkswagen protestieren. Bei Twitter forderte Greenpeace in einem Post dazu von dem Konzern, keine klimaschädlichen Diesel- und Benzinautos mehr zu verkaufen. Der Deutsche Fußball-Bund hat die gefährliche Greenpeace-Aktion mit einem Motorschirm-Flieger vor dem EM-Auftaktspiel der Nationalmannschaft scharf kritisiert. «Diese Aktion verurteilen wir als DFB. Derjenige hat nicht nur sich, sondern auch andere gefährdet und verletzt. Das ist aus unserer Sicht nicht hinnehmbar», sagte Verbandssprecher Jens Grittner bei der Pressekonferenz nach dem 0:1 zum Turnierstart gegen Frankreich.

«Der Vorgang wird jetzt auch geprüft, bei der Polizei, bei den Behörden hier in München und der UEFA. Aber selbstverständlich verurteilen wir auch das, was da passiert ist. Das hätte wahrscheinlich auch noch weitaus schlimmer ausgehen können», fügte Grittner zum Vorfall im Münchner Stadion an.