Ermittler: Polizisten sollen Kokain auch weitergegeben haben

Der Drogen-Skandal um Münchner Polizisten weitet sich womöglich aus. Nach Angaben eines Ermittlers des Landeskriminalamtes (LKA) sollen die Beamten nicht nur Drogen gekauft und konsumiert haben. Sie stehen auch unter Verdacht, Kokain weitergegeben zu haben. Ein festgenommener Drogenhändler habe ausgesagt, dass Polizisten in München Kokain konsumieren, verkaufen, und ankaufen würden, sagte der LKA-Beamte heute vor dem Amtsgericht. Acht Polizisten aus dem Zuständigkeitsbereich des Münchner Präsidiums wurden vom Dienst suspendiert, weil sie Verbindungen in die Drogenszene gehabt haben sollen.

Der Drogenhändler hatte die Ermittlungen gegen die Beamten ins Rollen gebracht, als er nach seiner Festnahme gegen Komplizen auspackte – und eben auch gegen die Polizisten. Den Angaben des Dealers zufolge könnten sogar bis zu 20 Beamte in den Skandal verwickelt sein, sagte der LKA-Beamte. In einer Großstadt sei das nicht auszuschließen. Bislang habe sich der Großteil der beschuldigten Beamten nicht zu den Vorwürfen geäußert, sagte der Ermittler.