Ethikrat lehnt aktuell Sonderrechte für Geimpfte ab

Der Deutsche Ethikrat hält es für falsch, die wegen der Corona-Pandemie beschlossenen staatlichen Freiheitsbeschränkungen für Geimpfte früher zu beenden. Ohnehin müsse erst geklärt werden, ob von geimpften Menschen weiterhin eine Ansteckungsgefahr ausgehe oder nicht, sagte die Vorsitzende des Ethikrates, Alena Buyx. Eine vorherige individuelle Rücknahme nur für Geimpfte wäre daher nicht richtig. Das Befolgen von Regelungen wie Maske-Tragen oder Abstand halten könne man auch Geimpften weiterhin zumuten.

Der Rat betonte aber, dass man zwischen staatlichen Maßnahmen und den Vorgaben von Unternehmen unterscheiden müsse, denn private Anbieter hätten grundsätzlich Vertragsfreiheit. Also sollte der Staat keine unterschiedlichen Regeln für Geimpfte und Nicht-Geimpfte erlassen. Wenn er aber an sich schon alle Konzerthallen wieder geöffnet hat, dann wäre es durchaus möglich, dass ein Veranstalter nur Geimpften den Zugang erlaubt. Für den Ethikrat ergibt sich daraus nicht eine Impfpflicht „durch die Hintertür.“

Und wenn es wissenschaftlich gesichert ist, dass geimpfte Menschen andere nicht anstecken können, sei es auch denkbar, dass sie vor anderen Menschen wieder mehr Spielraum erhalten. Das sieht der Ethikrat aber nur dann als angebracht an, wenn dies nicht zu Ungerechtigkeiten führe, zum Beispiel, wenn noch nicht alle Menschen ein Impfangebot bekommen haben.