FC Bayern: Krönung für Lewandowski und Flick

 

Robert Lewandowski saß neben seiner silbernen Trophäe für den besten Fußballer Europas und sprach entspannt eine Warnung an alle Teams in Europa aus. «Es spielt keine Rolle, wie viele Titel wir schon gewonnen haben – wir wollen mehr», sagte der Stürmerstar des Triple-Gewinners FC Bayern am Donnerstag, nachdem die Münchner schon wieder groß abgeräumt hatten. Die Konkurrenz dürfte aufgeschreckt sein – zumal die Bayern in dem recht schmucklosen Genfer TV-Studio bei der Mission Titelverteidigung im Gegensatz zu RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach auch noch Losglück hatten. In der neuen Saison der Champions League spielen die Titelsammler in einer Gruppe mit Atlético Madrid, RB Salzburg und Lokomotive Moskau.

«Wir müssen bereit sein», sagte Lewandowski, der sich bei der prestigeträchtigen Wahl von Europas Fußballer des Jahres überlegen mit 477 Punkten vor dem Belgier Kevin De Bruyne (90) von Manchester City und seinem Teamkollegen Manuel Neuer (66) durchsetzte. Thomas Müller sprach von einer «sehr interessante Gruppe». Der Münchner Vize-Kapitän fügte hinzu: «Als aktueller Champions-League-Sieger bist du aber gleich in der Gruppenphase schon wieder unter Zugzwang.»

Der Münchner Erfolgslauf in Europa soll beim Neustart der Königsklasse am 20. Oktober gleich weitergehen. «Wir möchten, nachdem wir den Thron in Europa bestiegen haben, in der Sonne bleiben», sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge. «Es gibt kein leichtes Spiel in der Champions League. Da spielen Champions gegen Champions», mahnte Trainer Hansi Flick, der sich angesichts der Strapazen eines engen Spielpkans auf «eine Busreise» nach Salzburg freut. «Wir erwarten wie jedes Jahr eine Challenge», sagte Kapitän Manuel Neuer zu der Herausforderung in einer «starken Gruppe» mit «starken Gegnern».

Schwere Gruppen erwischten RB Leipzig und Borussia Mönchengladbach – und mit Abstrichen auch für Vizemeister Borussia Dortmund. Wie die Auslosung der Europäischen Fußball-Union ergab, trifft RB wie schon beim Halbfinal-K.o. im August auf Paris Saint-Germain mit Trainer Thomas Tuchel. Dazu warten Englands Rekordchampion Manchester United und Istanbul Basaksehir auf die Sachsen. Machbarer wirkt die BVB-Gruppe mit Zenit St. Petersburg, Lazio Rom und dem FC Brügge.

Gladbach spielt gegen Rekordsieger Real Madrid, den ukrainischen Meister Schachtjor Donezk und Inter Mailand. «Das ist ein geiles Los», sagte Gladbachs Sportchef Max Eberl beim TV-Sender Sky und erinnerte an das legendäre 7:1 gegen Inter 1971 mit dem Büchsenwurf vom Bökelberg und das rauschenden Fußball-Fest gegen Real beim 5:1 im Jahre 1985. «Wir haben die Creme de la Creme Europas bekommen. Wir freuen uns darauf. Das ist sehr viel Geschichte, die auf uns trifft.»

Für die Bayern dürfte Atlético die größte Herausforderung sein. Die Spanier, die sich mit Stürmerstar Luis Suarez verstärkt haben, schalteten den deutschen Rekordmeister 2016 noch im Halbfinale aus. Besondere Spiele erwarten Bayerns Weltmeister Lucas Hernández: «Ich freue mich sehr, auf meinen ehemaligen Club Atlético zu treffen. Die zwei Spiele gegen sie werden sehr kompliziert werden, da sie extrem robust verteidigen und nun auch mit ihren Neuzugängen in der Offensive sehr stark besetzt sind. Sie werden uns vor einige Probleme stellen», kommentierte der französische Verteidiger.

Was auf die Bayern-Gegner zukommt, war am Donnerstag erneut in beeindruckender Manier zu sehen. Neben Lewandowski, der als Torschützenkönig der Champions League, Bundesliga und des DFB-Pokals auch noch als bester Stürmer der vergangenen Saison ausgezeichnet wurde, wurden Neuer als bester Torwart, Joshua Kimmich als bester Verteidiger und Hansi Flick als bester Trainer geehrt. Im Studio waren alle vier bester Laune. «Es war ein historischer Abend für den FC Bayern», schwärmte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.