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Feldscheunen-Brandserie womöglich aufgeklärt

Aufatmen im Landkreis Landsberg: Die Polizei hat im Bereich Thaining zwei Männer festgenommen, die für die Brandserie von Feldscheunen verantwortlich sein sollen. Im Zuge der großen Fahndungsmaßnahmen hatte eine Streife in der Nacht auf heute ein Feuer in einem Holzlager bei Unterdießen festgestellt und einen 3er-BMW entdeckt, der sich gerade entfernte. Als dieser im Bereich Thaining hielt, erfolgte der Zugriff. Bei den festgenommenen Tatverdächtigen handelt es sich um einen 25-jährigen Arbeitslosen aus dem Landkreis Landsberg und einen Soldaten aus dem Landkreis Garmisch-Partenkirchen, der aber auch im Kreis Landsberg aufgewachsen war. Die beiden kennen sich vermutlich aus der gemeinsamen Zeit bei der Bundeswehr und werden aktuell verhört. Das Motiv sei noch unklar – beide hätten aber schon mehrere der Taten gestanden, so die zuständige Kripo Fürstenfeldbruck. Der 25-Jährige aus dem Landkreis Landsberg war schon davor kriminell auffällig geworden, aber nicht im Zuge von Brandlegungen. Der Soldat war der Polizei bisher noch nicht bekannt.

Bei den Bränden entstand ein Schaden von etwa 600.000 Euro. Betroffen waren vor allem Feldscheunen, kleinere landwirtschaftliche Gebäude, Holzlager und Strohballen. Die Tatverdächtigen sollen für die Legung der Brände unterschiedliche Brandbeschleuniger benutzt haben. So zum Beispiel Grillanzünder oder Spiritus. Das teilte die Kripo auf der heutigen Pressekonferenz mit. Die Polizei wertet nun sämtliche Spuren wie Handydaten, Zeugenhinweise und DNA-Spuren aus, um alle 12 Brände der Serie den beiden nachzuweisen. Allerdings haben auch die Ermittler Zweifel, ob wirklich sämtliche Brände auf das Konto der Festgenommenen gehen. Anfang Januar war in Scheuring ein Schafstall absichtlich angezündet worden, dabei verendeten 220 Schafe. Dieser Fall passt aber nicht ganz in die Reihe, unter anderem weil Scheuring viel weiter nördlich liegt als die anderen Tatorte.

Durch die Brandserie waren die Landwirte im Landkreis Landsberg stark verunsichert. Teilweise sind sie nachts sogar selbst Streife gefahren. Manfred Frei, Leiter der Kripo FFB, lobte das besonnene Vorgehen und die gute Kooperation mit der Polizei. So hätten Landwirte oft der Polizei vorab gemeldet, wo sie selbst Streife fahren und mit welchen Kennzeichen sie unterwegs waren. Außerdem kamen so viele Hinweise bei der Polizei ein.

Weil viele Landwirte um Ihr gesamtes Hab und Gut fürchteten, hatte die Kripo die Fahndung sehr ernst genommen. So gab es eine eigene Ermittlungsgruppe namens Feldscheune, in der ständig 14 Beamte im Einsatz waren. Außerdem wurden seit Ende Dezember insgesamt 6.000 Arbeitsstunden investiert, um nachts Streife zu fahren. Diese Anstrengung war auch nötig. Das Gebiet, in dem die Brandserie stattfand, umfasste eine Fläche von rund 40.000 Fußballfeldern. Auf dieser stehen 500 bis 600 Feldstadeln.