Gesundheitsministerium ordnet an: Schüler müssen zuhause bleiben

Zur Eindämmung des neuartigen Coronavirus an Schulen und Kindertagesstätten verschärft das bayerische Gesundheitsministerium die Regeln. Laut einer sogenannten Allgemeinverfügung dürfen Schüler und Kindergartenkinder nach einer Rückkehr aus Risikogebieten – wie zum Beispiel Südtirol – ab sofort für 14 Tage nicht in die Schule beziehungsweise in eine entsprechende Betreuungseinrichtung. Dies teilte das Ministerium am Samstag mit. Die Entscheidung sei im Einvernehmen mit dem Kultus- und dem Familienministerium getroffen worden, sagte Gesundheitsministerin Melanie Huml (CSU).

Südtirol war vom Robert Koch-Institut (RKI) als Risikogebiet eingestuft worden. Risikogebiete sind laut RKI «Gebiete, in denen eine fortgesetzte Übertragung von Mensch zu Mensch vermutet werden kann». In Italien gehören dazu außerdem die Region Emilia-Romagna, die Region Lombardei und die Stadt Vo in der Provinz Padua in der Region Venetien.

In der Allgemeinverfügung heißt es: «Schülerinnen und Schüler sowie Kinder bis zur Einschulung, die sich innerhalb der letzten 14 Tage in einem Risikogebiet (…) aufgehalten haben, dürfen für einen Zeitraum von 14 Tagen seit Rückkehr aus dem Risikogebiet keine Schule, Kindertageseinrichtung, Kindertagespflegestelle oder Heilpädagogische Tagesstätte betreten.»

Ein Sprecher des Gesundheitsministeriums betonte, dass nach Abwägung aller Umstände eine solche allgemeingültige Anordnung erforderlich sei, um die Verbreitung der Infektion in Schulen und bei der Kinderbetreuung zu unterbinden. «Die Anordnung ist nicht befristet.» Bei einer neuen Risikoeinschätzung werde die Verfügung gegebenenfalls aufgehoben.

Bayernweit registrierte das Gesundheitsministerium am Freitag 29 neue Infektionen mit dem Virus, mehr als die Hälfte davon in Oberbayern. Neuere Zahlen lagen am Samstag zunächst nicht vor.

Seit dem 26. Februar gab es somit 102 neue Fälle im Freistaat. Bislang sind in Bayern damit mindestens 116 Menschen positiv auf Sars-CoV-2 getestet worden. Die ersten 14 Infizierten, die allesamt mit dem Autozulieferer Webasto aus Gauting-Stockdorf in der Nähe Münchens in Zusammenhang standen, gelten als auskuriert.