Inzidenzen, Kindergeburtstage, Shopping: Das große Corona-Regel-FAQ

Ist es zulässig, als Person aus einem Landkreis mit Inzidenz über 100, in einem anderen Landkreis mit Inzidenz unter 100 zu fahren und an einem Treffen mit einer Person aus dem eigenen Haushalt und zwei Personen aus einem weiteren Haushalt teilzunehmen bzw. andere in diesem Landkreis geltenden Zugeständnisse zu nutzen?

Es gelten jeweils die Regelungen am Ort des Aufenthalts. Die Regeln sind nicht an den Wohnort oder die Herkunft gekoppelt.

Dies bedeutet: Die Anzahl der zulässigen Personen im Rahmen einer Besichtigung richtet sich daher nach dem 7-Tage-Inzidenzwert im entsprechenden Gebiet eines Landkreises oder einer kreisfreien Stadt.

- Bei einer Inzidenz über 100 ist ein mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie einer weiteren Person erlaubt.
- Bei einem 7-Tage-Inzidenzwert zwischen 35 und 100 ist ein Treffen mit maximal zwei Hausständen erlaubt, solange eine Gesamtzahl von insgesamt 5 Personen nicht überschritten wird.
- In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz unter 35 liegt, ist der Aufenthalt mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich den Angehörigen zweier weiterer Hausstände zulässig, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt zehn Personen nicht überschritten wird.

Die zu diesen Hausständen gehörenden Kinder unter 14 Jahren werden nicht mitgezählt.

Muss ein aus einem Landkreis mit Inzidenz unter 50 angereister Besucher bei einem Museum in einem Landkreis mit Inzidenz über 50 ebenfalls einen Termin anmelden oder ist dieser dann von dieser Pflicht befreit?

Es gelten jeweils die Regelungen, die für die 7-Tage-Inzidenz am Ort des Museums maßgeblich sind. Bei einem Museum in einem Landkreis mit 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 ist für jeden Besucher eine vorherige Terminbuchung und Kontaktdatenerhebung erforderlich, bei einer Inzidenz unter 50 nicht.

Einzelhandel und die 50er-Inzidenz: Was gilt, wenn die Inzidenz vor Ort kurzfristig auf über 50 steigt? Wäre dann Click&Meet sofort verpflichtend oder gäbe es zumindest eine kurze Toleranzfrist zur Planungssicherheit?

Wird eine 7-Tage-Inzidenz von 50 an drei aufeinanderfolgenden Tagen überschritten, hat das zuständige Landratsamt dies unverzüglich amtlich bekanntzumachen.

Die für den neuen Inzidenzbereich maßgeblichen Regelungen (d.h. bei Überschreiten der 50er-Inzidenz in Bezug auf die Ladengeschäfte Click&Meet statt genereller Öffnung) gelten dann für den betreffenden Landkreis oder die kreisfreie Stadt ab dem zweiten Tag nach dem Überschreiten der 7-Tage-Inzidenz von 50 an drei aufeinanderfolgenden Tagen; die Behörde muss in ihrer Bekanntmachung angeben, wann genau die neuen Regeln gelten werden. 

Umgekehrt: Falls eine Inzidenz von über 50 absehbar ist, müssen die Läden schon präventiv auf Click&Meet umstellen?

Das Gleiche gilt auch umgekehrt: Die für den neuen Inzidenzbereich maßgeblichen Regelungen gelten für den betreffenden Landkreis oder die kreisfreie Stadt ab dem zweiten Tag nach dem Überschreiten bzw. Unterschreiten der 7-Tage-Inzidenz von 50 an drei aufeinanderfolgenden Tagen, frühestens am Tag nach der amtlichen Bekanntmachung; in der Bekanntmachung ist der erste Geltungstag anzugeben. Ein präventives Umstellen ist also nicht erforderlich.

Ist es richtig, dass bei einer Inzidenz von unter 50 "kontaktfreier Sport in kleinen Gruppen (max. 10 Personen) im Außenbereich, auch auf Außensportanlagen" erlaubt ist, bei der höheren Inzidenz von 50-100 aber "Sport in Gruppen von bis zu zwanzig Kindern bis 14 Jahren im Außenbereich auch auf Außensportanlagen"?

Für den Sport gilt Folgendes:
In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von 100 überschritten wird, ist nur kontaktfreier Sport unter Beachtung der Kontaktbeschränkung - das heißt mit den Angehörigen des eigenen Hausstands und einer weiteren Person - erlaubt; die Ausübung von Mannschaftssport ist untersagt.

In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen die 7-Tage-Inzidenz zwischen 50 und 100 liegt, ist nur kontaktfreier Sport unter Beachtung der Kontaktbeschränkung – das heißt mit den Angehörigen des eigenen Hausstands sowie zusätzlich den Angehörigen eines weiteren Hausstands erlaubt, solange dabei eine Gesamtzahl von insgesamt fünf Personen nicht überschritten wird (die zu diesen Hausständen gehörenden Kinder unter 14 Jahren bleiben für die Gesamtzahl außer Betracht); gestattet ist zusätzlich die Sportausübung unter freiem Himmel von Kindern unter 14 Jahren in Gruppen von bis zu 20 Personen.

In Landkreisen und kreisfreien Städten, in denen eine 7-Tage-Inzidenz von 50 nicht überschritten wird, ist nur kontaktfreier Sport in Gruppen von bis zu 10 Personen oder unter freiem Himmel in Gruppen von bis zu 20 Kindern unter 14 Jahren erlaubt.

Der Betrieb und die Nutzung von Sportplätzen, Fitnessstudios, Tanzschulen und anderen Sportstätten ist nur unter freiem Himmel und nur für die oben genannten Zwecke zulässig.

Ist das Feiern von Kindergeburtstagen (alle unter 14) erlaubt? Annahme: Inzidenz ist unter 100. Die Kinder zählen ja nicht zur Kontaktbeschränkung. 

Auch für Kindergeburtstage gilt: Die je nach Inzidenz zulässige Anzahl an Hausständen darf nicht überschritten werden. Die Anzahl der zulässigen Personen darf nur dann überschritten werden, wenn es sich um zu einem Hausstand gehörenden Kind unter 14 Jahren handelt. Eine Zusammenkunft einer beliebigen Anzahl von Kindern aus verschiedenen Hausständen unter 14 Jahren ist nicht gestattet.

Ist die Ausgangsbeschränkung (triftiger Grund)  hinfällig, oder bleibt das bestehen?

Die Ausgangsbeschränkung gilt ab dem 08.03.2021 nicht mehr. Die Ausgangssperre von 22 bis 05 Uhr gilt unverändert in Gebieten mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100 fort.

 

Quelle für die Antworten ist das bayerische Gesundheitsministerium. Die vollständige Infektionsschutzmaßnahmenverordnung findet Ihr hier.