Kuhglocken-Streit beigelegt

Der Holzkirchener Kuhglockenstreit hat wohl endlich ein Ende. Vor dem Oberlandesgericht München haben sich ein Ehepaar und die Bäuerin nun nach jahrelangem Rechtsstreit auf einen Vergleich geeinigt. Höchstens drei Kühe dürfen demnach Glocken tragen – genau genommen handelt es sich um Schellen. Der Durchmesser darf maximal zwölf Zentimeter betragen.

In dem Streit waren die Richter am Dienstag eigens zu einer Hörprobe angereist. Allerdings zeigten sich die fünf Kühe eher müde – von dem umstrittenen Gebimmel war wenig zu hören, da die Tiere vorwiegend im Gras lagen. Die Tiere waren trächtig. Der Augenschein sei deshalb «aus unserer Sicht mehr oder weniger nutzlos verlaufen», stellte der Vorsitzende Richter Nikolaus Stackmann ärgerlich fest. Zu verantworten habe dies die beklagte Bäuerin, die trächtige Mutterkühe anstelle von Jungvieh auf die Weide gestellt habe. Zugleich stellte der Richter der klagenden Ehefrau wenig Chancen auf Erfolg der Klage in Aussicht. Selbst bei einem Abstand von drei, vier Metern zu einer Kuh habe der Lärmpegel – gemessen mit einer Handyapp eines Richters – nur ein bisschen über 60 Dezibel gelegen, und damit knapp unter dem Richtwert von 65 Dezibel.