Mobilfunkaktivierte Laienreanimation kommt

Der plötzliche Herz-Kreislauf-Stillstand gilt in Deutschland als eine der häufigsten Todesursachen. Jedes Jahr werden in Deutschland bei über 75.000 Menschen Wiederbelebungsmaßnahmen eingeleitet, doch nur 5.000 dieser Personen überleben ohne bleibende Schäden. Es zählt jede Sekunde. In München soll es deshalb in Zukunft noch schneller Hilfe geben. Der Rettungszweckverband München hat zusammen mit dem Arbeitskreis Notfallmedizin und Rettungswesen, dem Gesundheitsreferat der Stadt und dem Landratsamt München eine neue App zur Koordination von Ersthelfern entwickelt. Die Rettungsleitstelle informiert per App geschulte Laiennothelfer in der Nähe, die dann die notwendigen Wiederbelebungsmaßnahmen schnell durchführen, bis dann die Profis vom Rettungsdienst da sind. An den Start gehen soll das Projekt im Mai.

Das Angebot wird in Stufen aufgebaut. In der ersten Stufe wird noch mit qualifiziertem Personal bzw. Ehrenamtlichen der Rettungsdienstorganisationen gearbeitet. In der zweiten Stufe wird der Personenkreis auf medizinisches Fachpersonal ausgeweitet, und später werden geschulte Laien einbezogen – daher kommt auch der Name des Projekts.

Im Landkreis München habe der Einsatz von First Respondern das therapiefreie Intervall bis zum Eintreffen der Rettungskräfte bereits um zwei bis drei Minuten verkürzt, sagt Landrat Christoph Göbel. Das neue Projekt mit der „Mobilfunkaktivierten Laienreanimation“ würde das Hilfenetz weiter verfeinern und informiere künftig per App den nächstgelegenen Ersthelfer.