München: 15 Beamte nach Drogenskandal suspendiert

Nach Bekanntwerden des Drogenskandals bei der Münchner Polizei sind Disziplinarverfahren gegen 20 Beamte eingeleitet worden. 15 von ihnen wurden suspendiert, wie Innenminister Joachim Herrmann (CSU) am Mittwoch im Innenausschuss des bayerischen Landtags sagte. Gegen vier der Beamten wurde ein Verfahren zur vorläufigen Dienstenthebung eingeleitet – «nebst Einbehaltung von Bezügen». Darunter sind auch Polizisten, denen die Staatsanwaltschaft Verfolgung Unschuldiger vorwirft. Sieben Beamte wurden an andere Dienststellen oder in den Innendienst versetzt.

Den meisten der insgesamt 21 beschuldigten Polizisten wird vorgeworfen, Drogen konsumiert und an Kollegen weitergegeben zu haben. Sie gehören zum Polizeipräsidium München und zur Bayerischen Bereitschaftspolizei. Die Vorwürfe kamen ans Licht, weil ein mutmaßlicher Drogendealer als Kronzeuge über seine mutmaßlichen Kunden in Uniform auspackte. Außerdem besteht der Verdacht, dass es in einem Fall einen von den Polizisten behaupteten Widerstand gegen Polizeibeamte – der sogar vor Gericht landete – gar nicht gegeben hat.

Die Landtags-Grünen hatten nach Bekanntwerden der Vorwürfe eine «rasche und umfangreiche Stellungnahme» von Herrmann im Innenausschuss des Landtags gefordert.