München: Haftstrafe für IS-Frau

Im Prozess gegen die Ehefrau eines verurteilten Kämpfers der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) hat das Oberlandesgericht München die Angeklagte zu einer dreijährigen Haftstrafe verurteilt. Das Gericht sah es am Mittwoch als erwiesen an, dass die heute 32 Jahre alte Frau sich zwischen März 2016 und August 2017 gemeinsam mit ihrem Mann in Syrien und im Irak unter anderem der Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Verstößen gegen das Kriegsvölkerrecht schuldig gemacht hatte.

Demnach lebte die deutsche Staatsangehörige dort mit ihrem nach islamischem Ritus angetrauten Ehemann und später auch mit ihrem ersten Sohn mehrfach in von der Terrormiliz verwalteten Wohnungen. Dort hatte die 32-Jährige nach Auffassung des Gerichts auch jederzeit Zugang zu Kriegswaffen und hielt ihrem Mann zuhause den Rücken für seine uneingeschränkte Einsatzbereitschaft für den IS frei. Im Laufe des Prozesses hatte die Angeklagte die Vorwürfe gestanden.

Weil das Gericht entschied, eine mehrmonatige Inhaftierung der Frau im Irak und eine rund einmonatige Untersuchungshaft in Deutschland in das Strafmaß einzubeziehen, gilt der Großteil der dreijährigen Freiheitsstrafe als bereits abgesessen. Wenn das Urteil rechtskräftig sei, müsse dann darüber entschieden werden, ob der Rest der Strafe von knapp einem Jahr für die 32-Jährige zur Bewährung ausgesetzt werde, sagte ein Gerichtssprecher.