München: Neues Denkmal für Oktoberfest-Attentat

Über 200 lebensgroße Silhouetten sollen auf der Münchner Theresienwiese künftig an die Opfer des Oktoberfest-Attentats aus dem Jahr 1980 erinnern. Die Figuren stünden dabei in Gruppen zu fünf Themeninseln, teilte das Kulturreferat am Dienstag mit. Mit integrierten Bildern und Texten sollen demnach Informationen zu dem Attentat vermittelt werden – sowohl analog als auch digital. Zuvor hatten «Münchner Merkur» und «tz» über die Pläne berichtet.

Entworfen wurde das Denkmal von dem Münchner Gestaltungsbüro Müller-Rieger, fertiggestellt werden soll es zum 26. September 2020 – wenn sich das Attentat zum 40. Mal jährt. Eine Bombe riss damals am Haupteingang des Oktoberfests zwölf Festbesucher in den Tod, mehr als 200 wurden verletzt. Auch der Attentäter starb. Ob auch er eine Silhouette bekommt, muss laut Sprecherin des Kulturreferats noch mit den Überlebenden und Angehörigen der Todesopfer abgestimmt werden.

Die Stadt München unterstützt das Denkmal mit 500 000 Euro. Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) betonte in dem Zusammenhang, dass der größte Terroranschlag der Bundesrepublik bis heute nachwirke. «Mir ist es wichtig, dass wir in Zeiten erstarkender rechtspopulistischer Tendenzen daran erinnern, wie menschenfeindlich solche Ideologien sind. Und dass wir konkret und namentlich derer gedenken, die sterben mussten oder verletzt wurden», sagte das Stadtoberhaupt.