München: Schlussplädyoers im mutmaßlichen Mord-Fall

Der Aufsehen erregende Mordprozess um zwei spurlos verschwundene Frauen neigt sich am Landgericht München I dem Ende entgegen. Am Mittwoch (Verhandlungsbeginn 9.00 Uhr) werden die Schlussplädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung erwartet, wie ein Gerichtssprecher sagte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem Angeklagten vor, seine Ehefrau im Juli 2019 im Streit getötet und danach auch seine Stieftochter umgebracht zu haben, um die vorherige Tat zu verschleiern. Von den Frauen fehlt seit anderthalb Jahren jede Spur. Der Deutsch-Russe ist wegen Totschlags und Mordes angeklagt.

Der 46-Jährige hat vor Gericht bestritten, mit dem Verschwinden der Beiden etwas zu tun zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht aber davon aus, dass der Mann die beiden Frauen nacheinander «am ehesten durch massive, stumpfe Gewalt gegen den Kopf» getötet hat. Danach fuhr er laut Anklage in einen Baumarkt, kaufte Farbe und strich Wände. Außerdem entfernte er einen Wohnzimmerteppich und eine Fußmatte aus dem Flur.

Diese fand die Polizei später – mit dem Blut der beiden mutmaßlichen Opfer verschmiert – in einem Waldstück. Es sind die Haupt-Indizien in dem Mordprozess ohne Leiche.