München setzt Impfungen mit Astra-Zeneca vorerst aus

Aufgrund der aktuellen Entwicklung hat die Stadt München entschieden, wie das Bundesland Berlin die Impfungen mit AstraZeneca für Personen unter 60 Jahren vorsorglich auszusetzen. Das teilte die Stadt heute mit. Das gelte solange, bis die Frage möglicher Impfkomplikationen für diese Personengruppe geklärt sei. Das betreffe „vor allem die geplanten Impfungen im Impfzentrum und im ISAR Klinikum“, so die Stadt.

Für Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter ist die Nachricht enttäuschend. „Für München bedeutet diese erneut völlig veränderte Einschätzung den faktischen Stillstand der Corona-Impfungen. Beispielsweise bedeutet dies, dass die fest eingeplanten Impfungen des gesamten Erziehungs- und Lehrpersonals jetzt sofort gestoppt werden mussten.“, so Reiter in einem Statement. Er fordere endlich Klarheit von der Politik und der Wissenschaft, wie mit dem Impfstoff von Astra-Zeneca umgegangen werden soll. Gleichzeitig solle genügend Impfdosen der anderen Präparate geliefert werden.

Am Nachmittag zog der Landkreis München nach und sagte bereits vereinbarte Impftermine ab. Man wolle die Beratungen der Gesundheitsminister von Bund und Ländern abwarten, teilte eine Sprecherin mit.

Das Bundesland Berlin hatte vorher mitgeteilt, die Corona-Impfungen mit dem Vakzin des Herstellers Astrazeneca für Personen unter 60 Jahren vorsorglich auszusetzen. Das gab Berlins Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci (SPD) am Dienstag bekannt und verwies auf neue Daten über Nebenwirkungen. Sie bezeichnete dies als „Vorsichtsmaßnahme“. Das Land wolle nun die Beratungen auf Bundesebene und Stellungnahmen der Fachleute wie des Paul-Ehrlich-Instituts abwarten.