München: Sicherheitskonferenz zu Ende

Etwa 3900 Polizisten haben am Wochenende während der 56. Münchner Sicherheitskonferenz für den Schutz der Veranstaltung gesorgt. Die Behörde zog ein positives Fazit: Es sei ein fordernder, aber auch entspannter Einsatz gewesen, sagte ein Sprecher am Sonntag. Im Vordergrund stand der Schutz des Konferenzhotels sowie der 13 Hotels, in denen die angereisten Staats- und Regierungschefs sowie Minister unterbracht waren. Mehrere Demonstrationen seien weitgehend friedlich verlaufen. 14 Menschen wurden vorübergehend festgenommen und wegen verschiedener Delikte angezeigt.

An der Großdemonstration des «Aktionsbündnisses gegen die Nato-Sicherheitskonferenz» nahmen am Samstag rund 3000 Menschen teil. An einer Auftakt- und Abschlusskundgebung hätten sich jeweils etwa 2000 Leute beteiligt. Rund 500 Leute bildeten zudem eine Menschenkette in der Innenstadt. Am Freitagabend hatte die Polizei einen Protestmarsch mit rund 500 Teilnehmern kurzzeitig unterbrochen, weil pyrotechnische Gegenstände gezündet wurden.

Für einen größeren Einsatz sorgte am Samstag die versuchte Selbstverbrennung eines Irakers, der sich in der Innenstadt während der Großdemonstration mit drei Litern Benzin übergoss. Nach Polizeiangaben habe der 50-Jährige niemanden verletzten wollen. Es sei ihm darum gegangen, auf die Situation in seinem Heimatland aufmerksam zu machen. Beamte hatten den Mann bemerkt, als er mit einem Feuerzeug in der Hand auf eine Menschenmenge zulief, und sich auf ihn geworfen. Seit der Tat befindet sich der Iraker in einer psychiatrischen Klinik.

Neun Polizisten hätten sich während der Arbeit leicht verletzt, etwa beim Aufbau von Sperrgittern oder dem Versiegeln von mehr als 1000 Gullydeckeln, teilte die Polizei mit. Aus den rund 600 um den Konferenzort herum errichteten Halteverbotszonen seien 44 Fahrzeuge abgeschleppt worden. Auch die Versorgung der eigenen Leute gehörte zum Einsatz: So seien 27 000 Mahlzeiten an die Beamten ausgegebenen worden, darunter 18 500 warme Speisen.