Münchner SPD will Platz im Olympiapark nach Hans-Jochen Vogel benennen

Die SPD im Münchner Stadtrat will einen Platz im Olympiapark nach dem gestorbenen früheren Oberbürgermeister und Ehrenbürger Hans-Jochen Vogel benennen lassen. Die Stadtverwaltung solle prüfen, ob beispielsweise der Coubertinplatz umbenannt werden könne. «Als Vater der Olympischen Spiele 1972 soll Dr. Hans-Jochen Vogel im Olympiapark gedacht werden», heißt es in dem am Montag veröffentlichten Antrag. «Dass man sich am 26. April 1966 für München als Veranstaltungsort der Olympischen Spiele entschied und somit der Startschuss für die Planung und Realisierung des gesamten Olympiaparks fiel, haben wir maßgeblich ihm zu verdanken.» Möglicherweise kämen auch andere Plätze im Olympiapark infrage.

Vogel war am 26. Juli im Alter von 94 Jahren gestorben. Die Beerdigung fand am Freitag im Familienkreis statt, die offizielle Trauerfeier am Montag im Münchner Gasteig. Im Jahr 1960 war er mit 34 Jahren Oberbürgermeister in München geworden – und damit jüngstes Stadtoberhaupt einer deutschen Großstadt. Bei der Wiederwahl erreichte er 78 Prozent der Stimmen, wie sein Nachfolger, der aktuelle Oberbürgermeister Dieter Reiter (SPD) in seiner Trauerrede sagte. Später in seiner langen Politikkarriere wurde Vogel Bundesbau- und Justizminister, für knapp vier Monate Regierender Bürgermeister in Berlin, SPD-Partei- und Fraktionschef – und Kanzlerkandidat.