Mücke

Mythen rund um Mücken: Der Fakten-Check

Sommerzeit ist leider auch Mückenzeit. Schon das bloße Summen treibt viele in den Wahnsinn. Doch was ist dran an den Weisheiten über die Blutsauger? Wir klären für Sie die wichtigsten Mückenmythen. Werden Mücken wirklich von Licht angezogen, stimmt es, dass sie Menschen mit süßem Blut eher stechen und was hilft wirklich gegen den Juckreiz? Wir klären die großen Mythen für Euch auf!

Mücken werden vom Licht angezogen

Dass Stechmücken vom Licht angezogen werden, ist nicht richtig. Mücken sehen nicht besonders gut, sondern orientieren sich an Gerüchen. Mücken lieben Körperwärme, Schweißgeruch und Kohlendioxid in der Atemluft. Ihre Opfer finden sie, indem sie den CO2-Gehalt in der Luft prüfen. Je größer die CO2-Konzentration, desto näher sind sie ihrem Opfer.

Mücken bevorzugen süßes Blut

Süßes Blut gibt es zwar nicht. Aber Mücken werden unter anderem von unserem Geruch angelockt, und der wird von unserem Blut beeinflusst. Studien weißen daraufhin, dass Mücken fettes Blut bevorzugen und daher eher Menschen mit einem erhöhten Cholesterinspiegel stechen. Um euch zu schützen, müsstet Ihr also euren Blutfettwert senken.

Biertrinker werden mehr gestochen

Das ist leider richtig! Alkohol weitet die Blutbahnen und dadurch schwitzen wir mehr. Außerdem befinden sich im Schweiß dann Duftstoffe wie Milchsäure, Harnsäure und Ammoniak. Dieser Mix ist bei Mücken besonders beliebt. Übrigens können Mücken durch den Alkoholanteil in unserem Blut sogar betrunken werden.

Helle Kleidung schützt vor Mücken

Das stimmt eingeschränkt. Studien zeigen, dass Mücken sich eher von dunkler Kleidung angezogen fühlen und Menschen in heller Kleidung eher meiden. Warum das so ist, kann die Wissenschaft aber noch nicht erklären.

Frauen werden öfter gestochen als Männer

Nein, es ist genau umgekehrt, ergab eine Studie mit knapp 60.000 Patienten. Aber die Männer merken es schlicht oft nicht. Denn Frauenhaut ist 20 Prozent dünner als die von Männern und reagiert empfindlicher auf die Stiche. Nur schwangere Frauen werden häufiger gestochen. Sie haben eine höhere Körperwärme und atmen mehr Kohlendioxide aus.

Man kann sich mit Gerüchen vor Mücken schützen

Da der Geruch eine Rolle spielt, versuchen viele diesen so zu verändern, damit die Mücken ferngehalten werden. Auch wenn Mücken gerne mal als Vampirsauger bezeichnet werden, ist Knoblauch essen leider keine geeignete Maßnahme. Parfüm kann man zwar gerne benutzen, gegen Mücken bringt es aber rein gar nichts. Oft heißt es auch, dass Zitronenkerzen helfen, solange aber keine Gifte darin enthalten sind, also Insektizide, sehen sie nur schön aus. Sitzt man im Freien, verflüchtigen sich die Düfte sowieso direkt wieder. Nicht mal duschen macht einen großen Unterschied, wenn es um Mücken geht, da die Duftstoffe schon nach wenigen Minuten wieder auf der Haut sind.

Spucke hilft bei Mückenstichen

Speichel hilft tatsächlich. Er wirkt antibakteriell und lindert den Juckreiz. Um die Wunde auch zu desinfizieren, kann man statt speziellen Salben zum Beispiel auch einfach Salz nehmen. Ist der Stich noch frisch, ist eine Behandlung mit Hitze und Kälte am wirksamsten. Durch Hitze über 50 Grad zerfallen die schädlichen Proteine im Insektengift. Dazu könnt ihr zum Beispiel einen Löffel verwenden, denn ihr in kochendem Wasser erhitzt habt. Um die Schwellung zu reduzieren, ist es sinnvoll, den Stich im Anschluss zu kühle

An Seen gibt es mehr Mücken

Es stimmt zwar, dass sich Mücken in Gewässern vermehren. An Seen gibt es aber auch viele Fressfeinde von Mücken, wie Frösche, Libellen und Vögel. Im heimischen Garten können sich Mücken hingegen schon im nassen Blumenuntersetzer oder der Regenwassertonne super vermehren, ohne gestört zu werden. Und so kann es in vielen Gärten mehr Mücken geben, als an so manch einem See.