Nach dem Streik ist vor dem Streik

Die Münchner U-Bahnen, Trams und Busse haben nach dem ganztägigen Warnstreik der Beschäftigten am Dienstagabend den Betrieb wieder aufgenommen. «Seit 18 Uhr ist der Warnstreik der Gewerkschaft Verdi beendet», teilte die Verkehrsgesellschaft MVG am Abend mit. Auf einzelnen Linien sollte es noch Ausfälle geben, die anderen spätestens ab 21 Uhr wieder im gewohnten Takt fahren.

Der Warnstreik hatte auf den Straßen und Radwegen der Millionenstadt zu mitunter chaotischen Verhältnissen geführt. Auch in zehn anderen bayerischen Städten hatte Verdi die Beschäftigten von kommunalen Verkehrsbetrieben und privaten Omnibusunternehmen zum Arbeitskampf aufgerufen: in Nürnberg, Augsburg, Regensburg, Landshut, Fürth, Coburg, Bamberg, Aschaffenburg, Würzburg und Schweinfurt. In Würzburg fielen zudem Müllabfuhr und Straßenreinigung aus.

Derzeit laufen in allen 16 Bundesländern die Verhandlungen über die jeweiligen Tarifverträge im öffentlichen Nahverkehr (ÖPNV). Verdi fordert einen bundesweiten Tarifvertrag für die rund 87 000 Beschäftigten im ÖPNV. Die Arbeitgeber lehnten dies nach Angaben von Verdi bisher ab.

Bis Freitag soll es im Freistaat zudem Warnstreiks in kommunalen Einrichtungen wie Kitas, Kliniken oder Müllabfuhr geben. Verdi und der Beamtenbund dbb fordern für die bundesweit 2,3 Millionen Tarifbeschäftigten von Bund und Kommunen 4,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 150 Euro. Mitte September war die zweite Verhandlungsrunde ohne Ergebnis geblieben.