Nach Messerangriff im München: Verdächtiger in Psychiatrie

Die Münchner Polizei hat am Nachmittag weitere Einzelheiten zur Messerattacke auf einen Polizisten bekanntgegeben, die gestern Morgen am Hauptbahnhof passiert ist. Demnach hatte der mutmaßliche Täter – ein 23-jähriger Deutsche – Hass auf die Polizei und wollte deshalb einen Polizisten töten. Dieses Motiv soll er laut der Polizei in der Vernehmung gesagt haben. Gegen ihn wird wegen versuchten Mordes und gefährlicher Körperverletzung ermittelt. Er wurde in einer geschlossenen Psychiatrie untergebracht. Der Mann habe schon in der Vergangenheit psychische Probleme gehabt, sagt Bayerns Innenminister Hermann. Bisher sei von ihm aber keine Fremdgefahr ausgegangen.

Zum aktuellen Gesundheitszustand des Polizisten gab es auch neue Informationen. Die abgebrochene Messerklinge hat den Mann sehr schwer im Nacken verletzt – bis in den Bereich des Rückenmarks. Ob Schäden bleiben können, sei noch unklar.

Auf der Pressekonferenz bedankte sich der Münchner Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins für die große Anteilnahme und Solidarität, die die Polizei vor allem über die sozialen Netzwerke erreicht. Gleichzeitig gebe es da aber auch einige – wie er sagt – geistige Brandstifter, die die schreckliche Tat für ihre politischen Ansichten verwenden wollen – die nur nach der Nationalität des Täters fragen und einen Keil in den Zusammenhalt Gesellschaft treiben wollen. Das nehme die Polizei nicht hin, so der Sprecher. In diesem Zusammenhang hob er das kooperative Verhalten des 24-jährigen Eriträers hervor, der vor dem Angriff kontrolliert wurde. Er habe sich aktiv am Festhalten des Tatverdächtigen beteiligt und sich auch im Rahmen des Zeugenaufrufs gemeldet.