Oberster Rechnungshof rügt LMU

Taxikosten von 64 000 Euro und Tausende Euro für eine Fortbildung in Venedig: Der Bayerische Oberste Rechnungshof (ORH) prangert Verschwendung an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) an. In einem bislang unveröffentlichten Prüfungsbericht, über den zuerst die «Süddeutsche Zeitung» berichtet hatte, werden teure Taxifahrten, Bewirtungskosten in teuren Restaurants und eine Abschiedsfeier für einen Dekan mit touristischem Programm für 12 000 Euro aufgelistet, wie der ORH am Donnerstag bestätigte. Laut Rechnungshof ließ sich ein einziger Beschäftigter insgesamt 64 000 Euro erstatten – für Fahrten mit dem Taxi vom Dienstort nach Hause.

Außerdem wurden gleich zwei interne Veranstaltung der Münchner Universität nach ORH-Angaben in Venedig abgehalten. Die Begründung: Die Uni habe kein eigenes Tageszentrum. So entstanden Reisekosten von rund 32 000 Euro.

Die Universität wies die Vorwürfe zurück und betonte, sie sehe weder «straf- noch dienstrechtlichen Handlungsbedarf» gegen Mitarbeiter. «Auch von Verschwendung kann hier keine Rede sein, ganz im Gegenteil: Die LMU geht sorgsam mit öffentlichen Geldern um, und in den Fakultäten wird unter schwierigen Rahmenbedingungen Hervorragendes geleistet, wie gerade das abgelaufene Sommersemester wieder gezeigt hat.»