Petershausen: Ortsschilder schon wieder geklaut

Am Sonntag waren sie verschwunden – mal wieder: Zwei Ortsschilder haben Unbekannte im oberbayerischen Petershausen geklaut. «Wir haben das bei der Polizei angezeigt», sagt Bürgermeister Marcel Fath. «Aber beim vergangenen Mal wurde ja auch kein Verdächtiger ermittelt.» Schon im Februar 2020 hatten Diebe in der Gemeinde im Landkreis Dachau zugeschlagen, damals waren sogar sämtliche acht Ortsschilder verschwunden.

Bürgermeister Fath hat sich an solche Diebstähle inzwischen gewöhnt. «Das hat den Charakter einer Beschäftigungstherapie», sagt der Rathauschef. Inzwischen werde der Austausch der Schilder im Haushalt bei den Unterhaltskosten für Straßen schon mit einkalkuliert.

Die Diebstähle kämen die Gemeinde teuer zu stehen, sagt Fath. Der Bauhof muss die Verkehrszeichen durch Tempo-50-Schilder ersetzen, damit die Autofahrer nicht zu schnell in den Ort fahren. Dann müssen neue Ortsschilder bestellt werden, was laut Fath bis zu zweieinhalb Monate dauern kann. Wenn nicht nur die Schilder geklaut, sondern auch die Rahmen umgesägt werden, wird der Ersatz noch teurer. Mehrere Tausend Euro koste die Gemeinde das, sagt Fath.

Zwar haben auch andere Kommunen immer wieder mit Schilderdieben zu kämpfen – wie zuletzt im baden-württembergischen Gunningen, wo Anfang Juli sämtliche Ortsschilder entwendet wurden. Petershausens Bürgermeister Fath hat aber einen Verdacht, weshalb es immer wieder seine Gemeinde trifft. «Es geht um den Ortsteil Asbach», vermutet er. Der habe zwar nichts mit dem gleichnamigen Weinbrand zu tun, aber: «Die Schilder wandern wahrscheinlich in irgendeinen Partykeller.»

Nach dem Diebstahl im Februar 2020 hatte Fath noch auf den Internetseiten der Gemeinde einen legalen Weg zu den offenbar begehrten Schildern angeboten: «Original Petershausener Ortsschilder» könnten ab sofort im Rathaus für 500 Euro pro Stück bestellt werden, schrieb Fath. «Die Übergabe erfolgt persönlich durch den Bürgermeister – samt Herkunftszertifikat.»

Daraufhin schienen die Schilder aber ihren Reiz verloren zu haben: «Nicht ein einziger» Interessent habe sich gemeldet, sagt Fath. «Dabei hätte ich wie auf dem Basar mit mir handeln lassen.» Um den Dieben das Handwerk zu legen, habe man nun auch darüber nachgedacht, Wildkameras an den Ortseingängen anzubringen, sagt Fath. «Aber dann sind die am Ende auch noch weg.»