Prozess um Crowdworker: Selbstständig oder angestellt?

Ein sogenannter Crowdworker will von der Internetfirma, die ihm gut ein Jahr lang Jobs vermittelt hat, als Arbeitnehmer anerkannt werden – und klagt darauf. Vor dem Landesarbeitsgericht in München wird der Fall an diesem Mittwoch (12.45 Uhr) in zweiter Instanz verhandelt. Der Kläger machte unter anderem Fotos von Tankstellen und Märkten, um sie zur Überprüfung der jeweiligen Warenpräsentation weiterzuleiten. Damit verdiente er in 20 Stunden pro Woche knapp 1800 Euro im Monat. Die Micro-Jobs wurden ihm über eine Crowdworking-Plattform vermittelt. Als die Plattform seinen Account löschte und die Zusammenarbeit mit ihm beenden wollte, zog er vor Gericht.

Aus Sicht des Mannes bestand zwischen ihm und der Plattform ein unbefristetes Arbeitsverhältnis. Die beklagte Internetfirma hielt dagegen, der Kläger sei selbstständig und habe als Selbstständiger Aufträge übernommen. Dieser Argumentation folgte das Arbeitsgericht München und wies die Klage ab.