Urteil

Urteil im Fall des eskalierten Nachbarschaftsstreits

Ein Familienvater aus Fürstenfeldbruck muss nach einer Hammer-Attacke auf seinen jungen Nachbarn und dessen Freunde drei Jahre und neun Monaten in Haft. Das Landgericht München II verurteilte ihn am Donnerstag wegen gefährlicher Körperverletzung. Die Staatsanwaltschaft hatte fünf Jahre Haft wegen versuchten Mordes gefordert, die Verteidigung auf eine Strafe von zwei Jahren und sechs Monaten plädiert. Einer der drei jungen Männer hatte eine heftig blutende Wunde am Kopf erlitten.

Der 56-Jährige hatte vor Gericht eingeräumt, im August 2019 nachts im gemeinsamen Treppenhaus auf seinen 18 Jahre alten Nachbarn und dessen Freunde losgegangen zu sein, weil sie ihm zu laut waren, als sie vom Einkaufen an einer Tankstelle nach Hause kamen. Den 700 Gramm schweren Zimmermannshammer in einem Beutel habe er aber nur dabei gehabt, um sich im Fall der Fälle wehren zu können. Er habe eigentlich nicht vorgehabt, zuzuschlagen.

«Ich bedauere dies zutiefst und bitte die Geschädigten um Verzeihung», sagte er in seinem letzten Wort. «Es belastet mich sehr, dass ich von nun an mit dieser Tat in Verbindung stehe.»