Prozess um hustendes Pferd

Um den Tod eines hustenden Pferdes geht es heute am Münchner Oberlandesgericht (OLG) in zweiter Instanz. Das Landgericht München II hatte einen Tierarzt aus Bayern im Januar wegen mangelhafter Beratung bei der Behandlung der Stute Donna A. zur Zahlung von Schadenersatz in Höhe von einer Viertelmillion Euro verpflichtet. Der Wert basiert nach OLG-Angaben auf der Einschätzung eines Sachverständigen. Dagegen hat der Veterinärmediziner Berufung eingelegt. Die Klägerin hatte sogar 1,75 Millionen Euro verlangt – der Preis, zu dem sie das Tier 2009 gekauft habe. Das Sportpferd sollte an Olympischen Spielen teilnehmen.

Doch Ende 2010, wenige Tage nach Weihnachten, starb das Tier. Die Besitzerin hatte den Tierarzt auf ihren Reiterhof in Österreich gerufen, weil mehrere Pferde Husten hatten. Der Mediziner verabreichte der Stute unter anderem homöopathische Mittel über Blut, das er dem Tier zuvor entnommen hatte und mitsamt der Präparate wieder injizierte. Kurz darauf krampfte Donna A. und brach zusammen. Als Todesursache wurde ein anaphylaktischer Schock festgestellt.

Das Landgericht sah es laut OLG als erwiesen an, dass der Tierarzt die Klägerin mit Blick auf die Notwendigkeit einer Behandlung und deren Risiken nicht pflichtgemäß beraten und aufgeklärt habe. Vor Gericht hatten beide Seiten zudem unterschiedliche Ansichten etwa zu den Erfahrungen der Pferdebesitzerin mit den Therapiemöglichkeiten sowie zu bisherigen Eigenblutbehandlungen bei der Stute.