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40 Tage ohne: Carsten´s Anti-Zucker-Blog

Carsten vom Mehr Musik Feierabend will es wissen: Wie fühlt es sich an, 40 Tage ohn Zucker zu leben? Bis Ostern will er genau das durchziehen. Wie es ihm dabei geht, lest ihr hier in seinem Blog:

40 Tage ohne: Carsten´s Anti-Zucker-Blog

Montag, 18. März

DIE ERSTE GROßE FEUERPROBE

Etwas über eine Woche bin ich nun dabei – bzw. nicht mehr dabei, in der Zuckerwelt. Und das zurückliegende Wochenende war die erste Bewährungsprobe, denn ich war unterwegs: Ein Job in Hamburg als DJ auf einem Event und dazu ein Besuch bei Freunden und meinen Eltern. Doch der Reihe nach....

Zunächst die gute Nachricht: Trotz Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen und Bauchgrummeln in der ersten Woche habe ich diese gut überstanden und das auch mit mehr guter Laune als gedacht - sehr zur Freude meiner Frau und meiner Kinder. Insgesamt fühle ich mich gut. Der Verzicht auf Zucker ist aber nach wie vor immer mal wieder nicht leicht, denn das Zeug ist wirklich fast überall drin. Stellt euch vor, sogar in Tiefkühl-Spinat packen die Hersteller Zucker oder Traubenzucker rein. Selbst bei den teureren Markenherstellern ist das der Fall. Da kommt bei mir immer eine Frage auf: WARUM???

Mal ehrlich, was soll das? Zucker / Traubenzucker im Spinat? Was bringt das? Würde Popeyes Lieblingsspeise wirklich so viel anders schmecken OHNE Zucker? Oder ist es einfach mal wieder nur ein billiges Füllmaterial? Auf jeden Fall machen solche Entdeckungen es manchmal tatsächlich etwas schwerer. Ihr könnt euch ja vorstellen, wenn schon im Spinat die Zuckerfalle lauert, wo sonst noch überall das weiße Zeug drin ist.

Aber dank der mega Unterstützung meiner Frau läuft es wirklich gut und der erste positive Nebeneffekt ist tatsächlich auch da: Nach einer Woche1,2 kg weniger auf der Waage – ohne zu hungern. Bämm! Das ist die Motivation, die ich brauche.

40 Tage ohne: Carsten´s Anti-Zucker-Blog - Bild 4

1000 Dank an eine liebe Frau Sandra, die hier wieder mal zeigt: Zuckerfrei leben ist trotzdem lecker und macht satt! Glutenfreie Nudeln, Spargel, Avocado, grüne Pesto, gebratenes Hähnchen Geschnetzeltes 

Doch nun die Herausforderung – mein Trip nach Hamburg. Das Buffet beim Event die erste Herausforderung... Einfach nichts essen? Der Bauch sagt aber: Hunger! Dann schauen wir uns das mal genauer an und siehe da. Es gibt Salat, den ich mir selbst nur mit Öl und Zitrone anmachen kann, dazu gibt es Melone mit Schinken (ohne Zuckerzusatz), Lachs und beim Nachtischbuffet gibt es auch Obst, das ich bedenkenlos essen kann... Auch wenn das Käse-Sahne Dessertglas so verführerisch aussieht, ich schaffe es, mich zuückzuhalten („Mensch, Carsten – denk dran – schon über ein Kilo weniger in einer Woche“).

Nun aber Besuch bei den Eltern, die in der Nähe von Hamburg leben. Erfahrungsgemäß ist das immer so eine Sache. „Der Junge muss doch gut essen!“

„Wollen wir Kaffeetrinken?“, fragt meine Mutter. Klar, gern! Doch dann kommt sie: DIE KUCHENATTACKE - direkt vor meinen Augen, eine Art russischer Zupfkuchen. Oh nein, das ist Folter. Aber ich bin stark. Kaffee allein muss reichen und ich treffe tatsächlich auf Verständnis. Zum Abendessen gibt es italienische Antipasti: Tomate-Mozzarella, Schinken, Salat, Gemüse, dunkles Brot ohne Zucker.

Rückflug nach München – in der Maschine die nächste Versuchung. Der Müsliriegel – ohne Zuckerzusatz steht da... Echt jetzt? Maltit ist als Süßungsmittel drin. Hm? Was ist das genau?

Bei Wörtern wie Dextrose weiß ich mittlerweile: Finger weg, das ist Zucker bzw. Traubenzucker. Aber Maltit? Schöne neue Welt. Was sagt Wikipedia? „Maltit (E 965, auch Maltitol) ist ein Zuckeraustauschstoff, der durch Hydrierung von Maltose hergestellt wird. Maltit gehört wie Sorbit, Mannit, Xylit, Isomalt und Erythrit zur Gruppe der Polyole und wird vor allem in zuckerfreien und kalorienreduzierten Lebensmitteln verwendet.“

Aha, ein Zuckeraustauschstoff. Was hatte mir die TV Moderatorin und Zuckerfrei-Profi Anastasia gesagt? Du kannst sowas wie eine Cola Light oder Zero MAL trinken, das ist nicht verwerflich. Da sind aber Zuckeraustausch-Stoffe drin, die zwar kein Zucker sind, aber die Süße, die dadurch in dem Getränk oder auch Essen drin ist, die fördert dann wiederum den Heißhunger und man quält sich unter Umständen.

Aufgrund von Zeitmangel hatte ich aber noch nichts gefrühstückt, also ausnahmsweise darf es der Müsliriegel mit Zuckeraustauschstoff sein. Trotz allem bleibt ein kleines, schlechtes Gewissen.

Aber was soll ich sagen – Feuerprobe bestanden. Versuchungen widerstanden, den Kurs gehalten. Aber beim Blick auf den Kalender stelle ich fest, die nächste Probe kommt schon bald: Das Dublin-Wochenende, das wir gemeinsam mit unseren Nachbarn gebucht haben, lange bevor ich das Zuckerfasten überhaupt im Kopf hatte... Noch vier Tage bis dahin.

Mehr dazu lest ihr ganz bald hier und gibt es auch weiterhin bei mir in der Show, täglich von 15 bis 20 Uhr.

Mittwoch, 13. März

DIE ERSTEN 5 TAGE OHNE ZUCKER

Wie heißt es doch so schön – man muss nicht jeden Trend mitmachen. Nach den ersten fünf Tagen denke ich mir: Stimmt, muss man nicht. Nur weil viele Promis und teilweise auch Sportler drauf schwören, muss man es ja nicht gleich nachmachen mit dem Zuckerfrei-Leben.

Ihr merkt schon, der Enthusiasmus hat bei mir etwas nachgelassen. Die ersten Tage waren wahrlich kein Zuckerschlecken. So gut mein morgendlicher Haferbrei mit Floh- und Chia Samen und Datteln als süße Beigabe auch schmeckt. Tagsüber kommt dann doch oft der alte Trott wieder hoch. Der Körper will was SÜßES!!! Jetzt heißt es: Nicht schwach werden, vorbeigehen an der Schale mit den Süßigkeiten für die Kinder, keinen Krapfen während der Sendung und bloß nicht zugreifen, wenn unser Producer Daniel wieder ´ne Runde Schokoriegel schmeißt.

Stattdessen vielleicht ein, zwei Datteln oder ein paar Nüsse. Die Hauptmahlzeiten sind super – es schmeckt alles, es fehlt mir tatsächlich keine Süße daran.

40 Tage ohne: Carsten´s Anti-Zucker-Blog - Bild 3

Zuckerfrei Essen heißt nicht, dass man auf leckere Sachen verzichten muss. Gebratene Hähnchenbrust mit Bratkartoffeln und Salatbeilage (Dressing selbstgemacht, ohne Zucker)

Aber ich merke, dass mein Körper auf einer Art Entzug ist: Nebenbei machen sich immer mal wieder Kopfschmerzen breit und in meinem Magen geht’s ziemlich rund. Blubbern, Glucksen, mal auch ein leichtes Ziehen... Es passiert was...

„Alles normal!“, hatte mir Anastasia Zampounidis auch schon im Gespräch gesagt. Die TV Moderatorin verzichtet seit 13! Jahren auf Zucker. Die ersten Tage sind - ähnlich wie beim Alkohol- oder Drogenentzug - die härtesten. Der Körper verlangt nach seinem Stoff. In diesem Fall ist das Zucker. Er macht in der Tat süchtig, darum ist der Ausstieg in der ersten Zeit auch nicht leicht. „Sei´s drum, das wird jetzt durchgezogen“, sag ich immer wieder zu mir selbst. Zudem finde ich es auch wirklich spannend, dass der Körper tatsächlich so schnell und intensiv darauf reagiert. Nach der ersten Woche sollen diese „Entzugserscheinungen“ vorbei sein. Das heißt, ich habe es bald geschafft.

Was mich tatsächlich weiterhin motiviert sind die angekündigten Nebeneffekte, wenn man es durchzieht. Mehr Energie, mehr Wohlbefinden und auch Gewichtsverlust – ohne Sport nebenbei zu machen. Wobei ich mich gar nicht vor dem Joggen drücken will, wenn da aber auch so schon mal was geht, dann bin ich nicht abgeneigt. Was passiert erst, wenn ich im Frühling wieder mit dem Laufen starte?! Ob Heidi Klum nicht vielleicht auch mal ein männliches Model sucht (hahaha)?!

Die erste Woche ist also bald vorbei, die Entzugserscheinungen dürften weniger werden. Wird es dann auch zunehmend leichter, an den Leckereien vorbeizugehen? Was sagt die Waage? Ist schon was weg vom Speck?

Ich halte euch hier und in meiner Sendung – täglich von 15 bis 20 Uhr auf TOP FM - auf dem Laufenden.

Montag, 11. März

Da habe ich mir ja ganz schön was eingebrockt. Zuckerfrei leben – zumindest in der Fastenzeit. Immerhin machen das derzeit viele Promis und alle schwärmen davon. Besseres Lebensgefühl, mehr Energie, bessere Haut und man nimmt auch noch ab ohne zu Hungern. Klingt doch super!

Also habe ich mich schlau gemacht und zu diesem Thema hier in Deutschland eine wahre Expertin gefunden: Anastasia Zampounidis, ehemalige MTV Moderatorin. Sie lebt seit 13 Jahren zuckerfrei und fühlt sich bombig dabei. Abgesehen davon – wer sie sieht, errät nie ihr richtiges Alter.

Also gut, zuckerfrei leben... Was heißt das denn tatsächlich? Klar, Schokolade, Süßigkeiten, Cola, Ketchup, süßer Senf, Krapfen, Kuchen... Bye, bye! Aber was ist mit dem versteckten Zucker?! Da sind wir wieder am Anfang: Das wird kein Zuckerschlecken – im wahrsten Sinne des Wortes! J Habt ihr mal geschaut, wo überall Zucker bzw. Zuckerformen drin sind? In fast allen verarbeiteten Lebensmitteln. Nudelsaucen, Wurstwaren wie Aufschnitt oder auch in Wienerle, Joghurt, Aufstrich (auch die Gemüseaufstriche). Außerdem auch in vermeintlich gesunden Sachen wie Rotkraut. Wenn ihr das fertig kauft, dann ist auch da Zucker drin und zwar eine ganze Menge!

Wenn man das mal alles durchgeht, dann bleibt scheinbar auf den ersten Blick nicht mehr viel übrig. Ihr wisst schon – eingebrockt und so...

ABER: Es gibt dann aber doch noch eine Menge an Lebensmitteln, die man ohne großen Aufwand zu betreiben, essen kann. Und das auch OHNE zu hungern. Selbst für den kleinen Knabberappetit zwischendurch. Statt Schokolade dürfen es dann gern zwei, drei Datteln sein. Von der Süße her ähnlich, aber voller Ballaststoffe, also mega-gesund. Wer herzhaft naschen will, darf zu Nüssen greifen. Ja, die haben viele Kalorien und viel Fett, aber das sind gesunde Fette. Bei der zuckerfreien Lebensweise heißt es nämlich auch: Keine Angst vor Kalorien.

Mit diesen Informationen von Anastasia habe ich mich dann zum Einkauf begeben und ich bin nicht mit leeren Händen wiedergekommen.

Das ist alles in die Verbotszone gerutscht für mich (meine Kinder Lara und Nils haben sich gefreut – endlich bleibt Papa vom Ketchup weg und es bleiben mehr Süßigkeiten und Chips für uns): 

40 Tage ohne: Carsten´s Anti-Zucker-Blog - Bild 1

Und das ist unter anderem beim ersten Einkauf mit nach Hause gekommen: 

40 Tage ohne: Carsten´s Anti-Zucker-Blog - Bild 2

Na dann, los geht’s! 

Wie wird es sein? Heißhunger? Schlechte Laune? Heimliche, nächtliche Naschereien am Kühlschrank? Verzweiflung? Abbruch nach den ersten Tagen? Oder doch alles leichter als gedacht?

Wie es mir in den ersten Tagen zuckerfrei erging, das findet ihr Mitte der Woche hier im Blog und hört ihr auch immer wieder bei mir in der Show von 15 bis 20 Uhr.

Wer auch Interesse an dem Thema hat, hier mein Buchtipp für euch: Anastasia Zampounidis „Für Immer Zuckerfrei“, erschienen bei Lübbe.

 

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