Regionale Reaktionen zum Wahl-Eklat in Thüringen

Hunderte Demonstranten haben in München gegen die Wahl des FDP-Politikers Thomas Kemmerich protestiert. Der ist gestern mit den Stimmen der AfD überraschend zum Thüringer Ministerpräsidenten gewählt worden. Zu dem Protest hatten unter anderem der Linke-Landesverband und die Grüne Jugend München aufgerufen. Auf Plakaten war unter anderem zu lesen: «Die richtige Antwort wäre gewesen: „Ich nehme diese Wahl nicht an.“» Auch in anderen Städten wie in Köln, Berlin und auch in Thüringens Hauptstadt Erfurt zogen Demonstranten auf die Straße.

Reaktionen gibt es auch aus den regionalen FDP-Verbänden. Der Starnberger Kreisverband distanziert sich in einer Pressemitteilung von der Entscheidung Kemmerichs. Sich bewusst mit Stimmen der AfD ins Amt wählen zu lassen ist eine Grenzüberschreitung, die man nicht mittragen würde, heißt es. Thomas Kemmerich hätte keine Höcke-Stimmen akzeptieren dürfen. Rücktritt oder Neuwahlen sind Wege aus dem Dilemma. Und „München ist NICHT Thüringen“ heißt es auf der Seite der Münchner FDP. Auch sie distanziert sich.


Der mit den Stimmen von CDU und AfD zum Thüringer Ministerpräsidenten gewählte FDP-Politiker Thomas Kemmerich hält ungeachtet bundesweiter Kritik an Plänen für die Bildung einer Regierung fest. «Die Arbeit beginnt jetzt», sagte Kemmerich im ARD-«Morgenmagazin». Es gehe darum, «die Spaltung dieser Gesellschaft zu überwinden». Er hoffe, dass «die demokratischen Parteien» aufeinander zugehen und die aufgepeitschte Lage beruhigen. «Denn Neuwahlen in dieser Situation würden nur zu einer Stärkung der Ränder weiter führen. Das können Demokraten nicht wollen», sagte Kemmerich.