Rohrbach: Nach Hausexplosion: Polizei prüft Zusammenhang mit tödlichem Verkehrsunfall

Die Ursache für die Zerstörung einer Doppelhaushälfte in Oberbayern ist nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wahrscheinlich eine Gasexplosion gewesen. Das teilte die Polizei am Freitag mit. Zudem bestätigten die Ermittler einen Bericht, wonach in dem ausgebrannten Unfallauto, das an der Anschrift des explodierten Hauses gemeldet war und in dem kurz nach der Explosion eine Person ums Leben kam, eine Gasflasche gefunden wurde.

Eine Polizeisprecherin sagte, man schließe von der großen Kraft der Detonation in dem Haus auf eine Gasexplosion. Das Haus habe eine Gasheizung gehabt. Bereits am Donnerstag habe man zudem mindestens eine Gasflasche aus den Trümmern bergen können. Diese sei noch intakt gewesen. Genau ist die Ursache der Explosion noch nicht geklärt.

Die Explosion hatte am Donnerstag eine Doppelhaushälfte in Rohrbach an der Ilm (Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm) zerstört. Noch vermisst wird ein Ehepaar – ein 55-jähriger Mann und eine 54-jährige Frau. Drei weitere Personen, die dort lebten, waren laut Polizei zum Zeitpunkt der Explosion nicht zu Hause. In der anderen Doppelhaushälfte, die ebenfalls stark beschädigt wurde, wurden zwei Personen leicht verletzt.

Ein weiteres Rätsel gibt ein tödlicher Verkehrsunfall auf, der sich am Donnerstag um 12.50 Uhr ereignete – also etwa 20 Minuten nach der Hausexplosion. Auf der B300 im 30 Kilometer entfernten Schrobenhausen fuhr ein Auto in einen entgegenkommenden Lastwagen, dessen Fahrer schwer verletzt wurde. Das Auto war an der Adresse des explodierten Hauses gemeldet. In dem Wagen befand sich eine Gasflasche, wie die Polizei am Freitag bestätigte. Darüber hatte zuerst der «Donaukurier» berichtet. Eine Person in dem Auto starb, die Leiche verbrannte laut Polizei bis zur Unkenntlichkeit.

Am Haus wurde am Freitag weiter nach Vermissten gesucht. Es sei aber unklar, ob sich das vermisste Ehepaar überhaupt in dem Haus aufgehalten habe. Am Donnerstag seien Personensuchhunde vor Ort gewesen, die aber nicht angeschlagen hätten. Nun seien Leichenspür- und Brandmittelspürhunde im Einsatz. Die Leichenspürhunde hätten zunächst nicht angeschlagen, seien aber auch noch nicht in alle Teile des völlig zerstörten Hauses gekommen.

Nach der Explosion am Donnerstag waren rund 270 Einsatz- und Rettungskräfte im Einsatz gewesen. Die Explosion beschädigte auch einige Fahrzeuge und Nachbarhäuser. Der Sachschaden lässt sich laut Polizei noch nicht genau beziffern, dürfte aber im hohen sechsstelligen Bereich oder noch darüber liegen.