So werden die Maßnahmen in Bayern gelockert

Zurück zur Normalität. Die bayerische Staatsregierung hat für viele Bereiche des Lebens einen Plan vorgelegt, wie es zurück zur Normalität gehen soll. Hier die wichtigsten Infos im Überblick.

Das Vorgehen bei der persönlichen Bewegungsfreiheit

Ab dem 06. Mai wird die Ausgangsbeschränkung in eine Kontaktbeschränkung umgewandelt. Großer Unterschied: Wir dürfen nun wieder auch ohne triftigen Grund unsere Wohnung / unser Haus verlassen, ohne das wir das vor der Polizei rechtfertigen müssten. Außerdem dürfen wir ab dem 06. Mai unsere direkte Familie (Großeltern, Eltern, Kinder) wieder besuchen, egal um wie viele Personen es sich handelt und egal ob das Treffen drinnen oder draußen stattfindet. Wir sollen aber Abstand zueinander einhalten! Ansonsten gilt weiterhin, dass wir eine Person im Freien treffen dürfen, die weder in unserem Haushalt wohnt, noch zu unserer Familien zählt. Und ab dem 06. Mai werden auch wieder alle Spielplätze geöffnet (keine Bolzplätze).

Ab dem 09. Mai dürfen auch Familienangehörige in Krankenhäuser, Alten- und Pflegeheimen besuchen. Allerdings wird es eine Maskenpflicht geben und die Treffen sollen, wenn möglich, draußen stattfinden. Es wird auch eine maximale Gesamtbesucherzahl geben, die sich in einer Einrichtung befinden darf. Sollte die schon erreicht sein, darf man seine Angehörigen also nicht sehen. Außerdem müssen feste Besuchszeiten eingehalten werden, ein Spontanbesuch ist also nicht möglich.

Das Vorgehen bei Geschäften / Freizeiteinrichtungen

Ab dem 11. Mai dürfen nun alle Handels- und Dienstleistungsbetriebe mit Kundenverkehr wieder öffnen. Die Begrenzung auf 800-Quadratmeter Verkaufsfläche wird aufgehoben. Weiterhin gelten die Maskenpflicht und die Vorgabe, dass nur ein Kunde pro 20 Quadratmeter Fläche in den Laden darf. Auch Shoppingmalls und Kaufhäuser dürfen ohne Einschränkungen wieder öffnen. Innerhalb von Einkaufscentern gilt überall eine Maskenpflicht. Außerdem dürfen auch Nagel- und Kosmetikstudios wieder öffnen, mit ähnlichen Auflagen wie Friseure. Auch kulturelle Einrichtungen wie Museen, Zoos und Bibliotheken dürfen ab dem 11. Mai wieder öffnen. Genauso können Fahrschulen (im Auto gilt Maskenpflicht) und Musikschulen (nur Einzelunterricht) wieder den Betrieb aufnehmen. Und kontaktloser Sport im Freien wird wieder erlaubt. Dann können also auch wieder Golf- und Tennisplätze öffnen. Auch das Segeln, Reiten und der Flugsport werden wieder erlaubt. Kontaktsportarten wie Fußball bleiben verboten. Ab dem 30. Mai dürfen dann wieder Freizeitparks und Schlösser und die Seenschifffahrt kann wieder starten.

Das Vorgehen in den Kitas

Ab dem 11. Mai sollen wieder Kinder mit Behinderungen, Kinder mit besonderem erzieherischen Bedarf, sowie Kinder von studierenden Alleinerziehenden dürfen wieder in die Kita gehen. Außerdem ist ab diesem Datum wieder die Tagespflege erlaubt. Tagesmütter sollen maximal 5 Kinder betreuen. Und Familien können sich zusammenschließen, um gegenseitig auf die Kinder aufzupassen. Es dürfen sich aber maximal drei Familien zu einer Gruppe zusammenschließen. Ab dem 25. Mai dürfen auch wieder Waldkindergärten öffnen. Ziel der Staatsregierung ist es, dass bis Pfingsten wieder 50 Prozent der Kinder in einer Kita betreut werden. Sozialministerin Carolina Trautner machte aber klar, dass kranke Kinder nicht betreut werden. Wenn ein Kind krank ist, muss es zuhause bleiben.

Das Vorgehen in den Schulen

Nach den Abschlussklassen dürfen ab dem 11. Mai auch alle Klassen wieder in die Schule, die nächstes Jahr ihren Abschluss schreiben. Und auch die Viertklässler dürfen dann wieder in die Schule. So können sich viele noch auf den Probeunterricht vorbereiten, um Ende Mai darüber es doch noch auf die Realschule oder das Gymnasium zu schaffen

Ab dem 18. Mai kehren 5. und 6. Klassen an Gymnasium und Realschule in die Schulen zurück. An Mittel- und Förderschule nur die 5. Klasse. Und auch die Erstklässler dürfen wieder in die Schule.

Alle anderen Klassen sollen erst nach den Pfingstferien am 15. Juni wieder in die Schule gehen.

Allerdings wird das für niemanden mehr ein normales Schuljahr. Damit der Mindestabstand in den Klassen eingehalten werden kann, werden die Klassen in zwei Gruppen aufgeteilt. Gruppe A geht dann eine Woche in die Schule, während Gruppe B zuhause lernen muss. In der Woche darauf wird gewechselt. Eltern müssen also jede zweite Woche doch wieder auf die Kinder Zuhause aufpassen.

In den Schulen wird eine Maskenpflicht eingeführt. Diese gilt nicht im Unterricht, aber außerhalb des Klassenzimmers.

Lehrer die zu Risikogruppen zählen, werden vorerst nicht in den Schulen unterrichten. Sie sollen sich vor allem um das Lernen Zuhause kümmern und die Schüler digital betreuen.

Die Präsenzpflicht für Schüler wird gelockert. Sollten sie in Familien leben, in denen Menschen zu Risikogruppen zählen, müssen sie nicht zum Unterricht in der Schule erscheinen, sondern können den Unterricht komplett zuhause erledigen.

Die Ferienzeiten werden nicht geändert. Eine Notbetreuung soll aber auch während der Ferien gewährleistet werden.

Das Vorgehen bei Gastronomie und Hotellerie

Endlich gibt es eine Perspektive für Gastronomie und Touristik. Ab dem 18. Mai darf die Außengastronomie wieder öffnen, also zum Beispiel Biergärten. Aber nur bis 20 Uhr. Ab dem 25. Mai dürfen dann alle Speiselokale öffnen, und zwar bis 22 Uhr. Und ab dem 30. Mai dürfen auch wieder Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze in Bayern öffnen.

In den Restaurants müssen Mindestabstände eingehalten werden (z.B. indem nur jeder zweite Tisch belegt wird). Kellner und Köche müssen Mundschutzmasken tragen. Gäste müssen auch beim Reinkommen, und wenn sie von ihrem Tisch aufstehen eine Maske tragen, am Tisch selbst aber nicht. Ein genaues Konzept wird noch ausgearbeitet.

Einschränkungen und offene Fragen

Die vorgelegten Exit-Pläne beruhen auf der Annahme, dass sich die Coronainfektionszahlen weiterhin gut entwickeln. Sollten sie sich hingegen schlechter als erwartet entwickeln, können geplante Lockerungen verschoben werden. Es können auch bereits eingeführte Lockerungen wieder zurückgenommen werden. Das meint Ministerpräsident Söder mit einer „atmenden Strategie“.

Für viele Branchen und Bereiche fehlt weiterhin die Perspektive, so zum Beispiel für Veranstaltungen, Bäder, Tanzschulen oder viele Sportarten wie Fußball. Die bayerische Regierung wird sich auch in den kommenden Wochen immer wieder treffen, um das weitere Vorgehen zu beraten.