Soli-Geld, Pendlerpauschale, Familienzuschlag: das ändert sich im Januar 2021

Im neuen Jahr treten viele neue Gesetze und Änderungen in Kraft - die meisten davon gleich im Januar. Wir haben hier für Euch die wichtigsten Änderungen im Dezember zusammengefasst.

Soli-Aus

Der Solidaritätszuschlag entfällt für etwa 90 Prozent derjenigen, die ihn heute zahlen. Für weitere 6,5 Prozent wird er reduziert. Konkret heißt das: Bis zu einem zu versteuernden Einkommen von 61.717 Euro wird für Arbeitnehmer kein Soli mehr fällig. Damit haben 35,5 Millionen Bürger ab Januar höhere Nettoeinkünfte. Der Soli war nach der Wende als Sondersteuer vor allem für den Ost-Aufbau eingeführt worden.

Grundrente

Bedürftigkeitsprüfung ja oder nein – das war lange der große Streitpunkt bei der Grundrente. Nun endlich kommt sie. Ohne Bedürftigkeitsprüfung. Etwa 1,3 Millionen Rentner haben Anspruch auf den Zuschlag, mit dem sie ihre eigentliche Rente aufbessern können. Der Großteil von ihnen sind Frauen. Voraussetzung für die Grundrente ist, dass Sie mindestens 33 Jahre lang in die gesetzliche Rente eingezahlt haben.

Mindestlohn

Viele Branchen haben sich selbst bereits höhere Mindestlöhne verordnet, als das Gesetz vorsieht, wer davon aber noch nicht profitieren konnte, kann sich jetzt immerhin über ein Plus beim gesetzlichen Mindestlohn freuen. Ab Januar steigt er auf 9,50 Euro pro Stunde, im Juli dann auf 9,60 Euro. Mehr Geld gibt es auch für Azubis: Ihr Lohn steigt von derzeit 515 Euro im ersten Ausbildungsjahr auf mindestens 550 Euro. 

Neue Pendlerpauschale

2021 erhöht sich die Entfernungspauschale, auch Pendlerpauschale genannt. Statt 30 Cent dürfen Ihr bei der Steuererklärung 2021 ab dem 21. Kilometer dann 35 Cent pro Kilometer für den einfachen Weg zur Arbeit absetzen. Für die ersten 20 Kilometer bleibt es bei 30 Cent. Die Pauschale gilt übrigens unabhängig vom Fortbewegungsmittel. Ihr bekommt sie für die Autofahrt genauso wie für das Pendeln mit Bahn, Rad oder selbst wenn Sie zu Fuß gehen.

Mehr Geld für Alleinerziehende

Ziehen Mütter oder Väter ihre Kinder alleine groß, profitieren sie auch im kommenden Jahr von einem höheren Steuerfreibetrag. Statt 1908 Euro beträgt dieser 4008 Euro im Jahr. Darauf macht der Bund der Steuerzahler aufmerksam. Den Freibetrag gibt es, wenn ein Elternteil mit mindestens einem Kind zusammenlebt, für das ein Kindergeldanspruch besteht - und wenn keine Haushaltsgemeinschaft mit einer anderen erwachsenen Person besteht. Alleinerziehenden mit mehreren Kindern steht ein zusätzlicher Freibetrag von 240 Euro pro Kind zu. Dieser Freibetrag wird nur auf Antrag berücksichtigt.

Kindergeld und Kinderzuschlag

Gute Nachrichten für Familien - ab Januar 2021 steigt das Kindergeld um 15 Euro pro Kind. Für das erste und zweite Kind bekommen Eltern dann 219 Euro statt bisher 204 Euro pro Monat, für das dritte 225 Euro (bisher: 210 Euro). Ab dem vierten Kind werden es 250 Euro (bisher: 235 Euro) sein. Angehoben wird auch der steuerliche Kinderfreibetrag, der das Existenzminimum des Kindes sichert. Er steigt von 7812 Euro auf 8388 Euro in 2021.

AU-Bescheinigung

Im Gesundheitssektor soll vieles digitaler werden. Dazu zählt auch die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung, kurz AU genannt oder auch "gelber Schein". Der Durchdruck für die Krankenkasse wird ab Januar überflüssig. Denn Ihre Ärztin übermittelt die AU direkt elektronisch an Ihre Versicherung.

Rundfunkbeitrag steigt

Fast 1,5 Milliarden Euro fehlen den öffentlich-rechtlichen Sendern in den kommenden vier Jahren – so hat es die Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten festgestellt. Für die deutschen Haushalte heißt das: Ihr Rundfunkbeitrag, die einstigen Gebühren der GEZ, soll um 86 Cent von 17,50 Euro auf 18,36 Euro steigen – allerdings gibt es eine Blockade in Sachsen-Anhalt, die den Prozess verzögert. ARD und ZDF ziehen deshalb vor das Bundesverfassungsgericht.

Personalausweis wird teurer

Der Personalausweis wird teurer. Allerdings erhöhen sich die Kosten für eine neue Scheckkarte, die in der Regel alle zehn Jahre fällig wird, nicht nur um ein paar Cent, sondern gleich um 8,20 Euro. Statt 28,80 Euro werden 37 Euro fällig. Jüngere Antragsteller, deren Ausweis nur sechs Jahre lang gültig ist, zahlen 22,80 Euro.

Kfz-Steuer steigt

Fahren Ihr ein neues Auto mit hohem Spritverbrauch und einem CO2-Ausstoß von mehr als 195 Gramm pro Kilometer, steigt Ihre Kfz-Steuer. Ihr zahlt dann einen doppelt so hohen Aufschlag. Stößt Euer Wagen hingegen weniger als 95 Gramm CO2 pro Kilometer aus, wird es für Euch günstiger.

Behindertenpauschbetrag

Menschen mit Behinderungen können bei der Steuererklärung ab 2021 höhere Pauschbeträge geltend machen. Dadurch können Sie es sich in vielen Fällen sparen, zum Beispiel Fahrtkosten aufwendig einzeln nachzuweisen. Bei einem Grad der Behinderung von 50 gilt ab 2020 eine Pauschale von 1.140 Euro, bei einem Grad von 100 sind es 2.840 Euro.