Vaterstetten: AfD-ler trotz Skandals gewählt

Trotz des Debakels um AfD-Kandidaten wider Willen in Vaterstetten im Landkreis Ebersberg kann die Partei wieder in den Gemeinderat und Kreistag einziehen. Im Kreistag dürfte auch der AfD-Abgeordnete Manfred Schmidt sitzen, der für den Skandal verantwortlich ist. Er bekam die zweitmeiste Anzahl der Stimmen auf der AfD-Liste, die AfD hat drei Sitze. Ob er die Wahl annimmt, war heute aber unklar. Der 82-jährige Schmidt soll Bürger ohne ihr Wissen auf die AfD-Listen für Kreistag und Gemeinderat gesetzt haben, darunter eine Rentnerin, eine Hochbetagte und ein Alzheimer-Patient. Auch diese Kandidaten wider Willen bekamen dreistellige Stimmenzahlen bei der Gemeinderatswahl und vierstellige bei der Kreistagswahl.

Schmidt hat den Sprung in den Gemeinderat zunächst verpasst. Da er auch hier die zweitmeiste Stimmenzahl hat, könnte er aber nachrücken, wenn die erstplatzierte Bewerberin das Mandat nicht annimmt. Für diese Entscheidung hat sie bis Dienstag nächster Woche Zeit. Der Gemeinderat hatte Schmidt im Februar einstimmig zum Rücktritt aufgerufen und ihn aufgefordert, die Wahl nicht anzunehmen, falls er gewählt werde.