Vaterstetten: Erzieher gesteht Missbrauch

Ein Erzieher hat am Landgericht München II gestanden, sich während seiner Arbeit in einem Hort an einer Grundschülerin vergangen zu haben. «Ich hatte das Gefühl, es gefällt ihr», sagte er zum Prozessauftakt am Montag. Er wisse zwar heute, dass sie den Missbrauch nicht genossen haben könne – «aber sie hat wahrscheinlich die Aufmerksamkeit genossen». Der 49-Jährige, der selbst Vater einer Tochter ist, ist wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern und Schutzbefohlenen in 31 Fällen angeklagt, sprach aber zunächst vor Gericht nur von deutlich weniger Fällen.

Er gab zu, das Mädchen, das zu Beginn der Taten erst sieben Jahre alt war, im Abenteuerraum oder im Fantasieraum in einer Nachmittagsbetreuung in Vaterstetten missbraucht und auch Bilder von dem Missbrauch gemacht zu haben. Er betonte, dass er «diesen Scheiß, den ich gemacht habe», bereue. «Es war nie länger wie ne halbe Minute, aber es war zu lang», sagte er. «Ich habe zu keinem Fall körperliche Gewalt angewendet.» Nachdem er sich das erste Mal an dem Mädchen verging, habe er Hilfe gesucht und sich in eine psychiatrische Klinik begeben wollen. Es habe aber lange gedauert, bis er dort einen Platz bekam.

Laut Anklage verging er sich nicht nur an dem Mädchen in seinem Hort, sondern auch an der Freundin seiner Tochter, als diese bei ihr übernachtete. Seine eigene Tochter habe er nie missbraucht, beteuerte er. Wenn er sich vorstelle, dass sich jemand an ihr vergreife, «kriege ich eine Ahnung davon, warum ich seit einem Jahr täglich bedroht und bespuckt werde».