Veranstaltung abgesagt: Gutschein anstatt Geld zurück

Für Veranstalter hui, für Verbraucher pfui. Der Bundestag hat beschlossen, dass Veranstalter von Kultur- und Sportveranstaltungen, die wegen der Coronabeschränkungen ausfallen, den Ticketkäufern nun Gutscheine geben können anstatt das Geld auszubezahlen. Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) begrüßte die Regelung. „Sie hilft, mit den Konzert- und Festivalveranstaltern einen wichtigen Kulturbereich durch die Corona-Krise zu retten.“ Die FDP-Abgeordnete Katharina Willkomm kritisierte hingegen, Verbraucher würden mit ungesicherten Gutscheinen zu Kreditgebern gemacht.

Für welche Tickets gibt es nun Gutscheine?

Wenn ihr die Tickets vor dem 08. März 2020 gekauft habt, dann kann der Veranstalter euch jetzt einen Gutschein geben, anstatt das Geld zurückzuerstatten. Wenn die Tickets danach gekauft wurden, argumentiert der Bundestag, muss dem Veranstalter schon bewusst gewesen sein, dass die Pandemie kommt, und er muss euch weiterhin das Geld zurückerstatten.

Voraussetzung für die Gutscheinlösung ist auch, dass die Veranstaltung wegen eines Verbots oder Kontaktbeschränkungen abgesagt wurde, oder der Künstler wegen Quarantäne oder eines Reiseverbots nicht kommen konnte/kann.

Die Gutscheinlösung gilt für Konzerte, Festivals, Theatervorstellungen, Filmvorführungen, Vorträge, Lesungen und Sportwettkämpfe. Auch Veranstaltungen, die an mehreren Tagen stattfinden, wie etwa Musik-, Sprach- oder Sportkurse sowie Dauerkarten sind mit inbegriffen.

Über welchen Betrag geht der Gutschein?

Der Wert des Gutscheins muss den Eintrittspreis samt eventueller Vorverkaufsgebühren umfassen. Die Veranstalter dürfen kein Geld für das Ausstellen und Zusenden des Gutscheins verlangen.

Wie kann ich den Gutschein einlösen?

Der Gutschein kann entweder für die Nachholveranstaltung oder eine andere Veranstaltung des Veranstalters eingelöst werden. Die Einlösung erfolgt über den Veranstalter.

Kann ich nicht doch irgendwie mein Geld zurückbekommen?

Laut dem Gesetzgeber, können Kunden doch auf das Geld bestehen, wenn die Gutscheinlösung wegen persönlicher Lebensverhältnisse unzumutbar ist. Diese schwammige Regelung, könnte dazu führen, dass ihr nur vor Gericht euer Geld erstreiten könnt.

Wenn ihr den Gutschein nicht bis zum 31. Dezember 2021 einlöst, könnt Ihr euch danach das Geld auszahlen lassen.