Vorsicht beim Bärlauch sammeln: Verwechslung kann tödlich sein!

Ein Mann hat statt Bärlauch womöglich eine Herbstzeitlose oder eine andere giftige Pflanze gegessen und ist in München gestorben. Der 48-Jährige habe Ende April eine Soße aus selbstgesammeltem, vermeintlichem Bärlauch zubereitet, worauf es ihm schlecht ging, teilte die Polizei am Dienstag mit. Der Mann aus dem Landkreis Freising sei in eine Klinik gekommen und dort nun gestorben.

Von Anfang März bis Ende Mai ist die Bärlauchzeit. Dabei passieren beim wilden Sammeln tatsächlich immer wieder solche tragischen Verwechslungen mit anderen, giftigen Pflanzenarten. Besonders tückisch: Bärlauch wächst oft in unmittelbarer Nähe seiner Doppelgänger.

Schon beim Pflücken sollte man den Bärlauch genau bestimmen. Erst einmal im Korb kann man ihn nicht mehr so gut erkennen.

Das sind Erkennungsmerkmale:

  • Der Knoblauchgeruch, der beim aneinander reiben der Blätter verströmt.
  • Die Blätter des Bärlauchs sind breit und oval, mit je einem Blattstängel
  • Die Blattnerven verlaufen parallel
  • Die Blattunterseiten sind matt

Am häufigsten wird der Bärlauch mit dem giftigen Maiglöckchen verwechselt. Das Maiglöckchen hat eine glänzende Blattunterseite. Außerdem hat das Maiglöckchen zwei große Blätter am gleichen Stängel, statt beim Bärlauch nur ein Blatt je Stängel. Wenn ihr immer noch unsicher seid, hilft die Betrachtung der Wurzeln: der Bärlauch bildet eine Zwiebel aus, das Maiglöckchen hat waagerechte Wurzeln.

Auch die Herbstzeitlose bietet Verwechslungsgefahr. Schon der Verzehr von einer kleinen Menge kann tödlich sein! Wie beim Maiglöckchen wachsen die glänzenden Blätter ungestielt aus einer Rosette, also direkt aus der Erde. Den Bärlauch gibt es eher in feuchten Waldgebieten, die Herbstzeitlose findet man öfter auf Wiesen.

Aronstab ist ein weiterer fieser Doppelgänger. Der hat aber eher eine pfeilförmige Blattform und unregelmäßig geformte Blattnerven.